F-Diagnosen ICD 10 → F90-F98 → F98.- Andere Verhaltens- & emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit & Jugend
F98.- Andere Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
Info zu der F98.- Andere Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
Diagnosekriterien der F98.- Andere Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
| Kriterien | F98.0 Nichtorganische Enuresis |
F98.1 Nichtorganische Enkopresis |
F98.2 Fütterstörung im frühen Kindesalter |
F98.3 Pica im Kindesalter |
F98.4 Stereotype Bewegungsstörungen |
F98.5 Stottern |
F98.6 Poltern |
F98.8 Sonstige Verhaltens-/emotionale Störungen |
F98.9 Nicht näher bezeichnet |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Hauptmerkmale | Unwillkürliches Einnässen ohne organische Ursache | Stuhlinkontinenz ohne organische Ursache | Probleme beim Füttern / Nahrungsaufnahme im Kleinkindalter | Aufnahme nicht essbarer Substanzen | Wiederholte stereotype Bewegungen / Motorik | Störung der flüssigen Sprachproduktion | Schnelles, undeutliches Sprechen | Andere Verhaltens- oder emotionale Auffälligkeiten | Unspezifizierte Störungen |
| Alter / Beginn | Kindesalter, meist <5 Jahre | Kindesalter, häufig <5 Jahre | Frühes Kindesalter | Kindesalter | Kindesalter | Kindesalter | Kindesalter | Kindesalter | Kindesalter |
| Soziale / emotionale Auswirkungen | Belastung im sozialen Umfeld, Scham | Belastung im sozialen Umfeld, Scham | Essensverweigerung kann Wachstum / Gesundheit beeinträchtigen | Gesundheitsrisiken durch Aufnahme nicht essbarer Substanzen | Beeinträchtigung Alltag / Aufmerksamkeit | Kommunikationsprobleme, soziale Belastung | Kommunikationsprobleme, Verständlichkeit reduziert | Variabel | Unklar |
| Diagnostischer Hinweis | Keine organische Ursache | Keine organische Ursache | Beobachtung, evtl. ärztliche Abklärung | Aufnahme von Stoffen ohne Nährwert / medizinisches Risiko | Musterhafte, stereotype Bewegungen | Beobachtung durch Fachpersonal | Beobachtung durch Fachpersonal | Variabel | Auffangdiagnose |
| Ausschlusskriterien | Organische Ursache ausgeschlossen | Organische Ursache ausgeschlossen | Organische / physiologische Ursachen ausgeschlossen | Organische Ursache ausgeschlossen | Neurologische Erkrankungen ausgeschlossen | Organische Ursachen ausgeschlossen | Organische Ursachen ausgeschlossen | Wie oben | Wie oben |
Codierung der F98.- Andere Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
F98.0- Nichtorganische Enuresis
Die Diagnosekriterien der F98.0 Nichtorganischen Enuresis beschreiben eine unwillkürliche, wiederkehrende Harnentleerung bei Kindern, die nach dem üblichen Alter der Blasenkontrolle (typischerweise ≥5 Jahre) auftritt. Die Störung ist nicht durch organische Ursachen bedingt und führt zu deutlichem Leidensdruck oder Beeinträchtigung des sozialen, schulischen oder familiären Lebens.
Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:
🙈 Kernmerkmale
- Wiederholtes unwillkürliches Wasserlassen, insbesondere nachts (primäre oder sekundäre Enuresis)
- Kein Nachweis einer körperlichen Erkrankung, die das Wasserlassen erklärt
- Mindestens zwei Episoden pro Monat über drei Monate oder länger
- Alter des Kindes mindestens 5 Jahre, altersgerechte Blasenkontrolle erwartet
🧒 Entwicklungsaspekte
- Primäre Enuresis: Kind hat die Blasenkontrolle noch nie zuverlässig erlangt
- Sekundäre Enuresis: Rückfall nach einer mindestens 6-monatigen Phase der Blasenkontrolle
- Beeinträchtigt Selbstwertgefühl, Schlafqualität und soziale Integration (z. B. Übernachtungen bei Freunden)
⏳ Verlauf & Dauer
- Symptome treten über mindestens drei Monate wiederholt auf
- Verlauf kann variabel sein: spontane Besserung häufig, chronische Formen möglich
- Therapie kann Verhaltenstraining, Flüssigkeitsmanagement oder medikamentöse Unterstützung umfassen
❌ Ausschlusskriterien
- Organische Ursachen für Harninkontinenz, z. B. Infektionen, neurologische Erkrankungen, anatomische Fehlbildungen
- Psychische oder emotionale Störungen allein erklären das wiederholte Einnässen nicht
- Alter <5 Jahre ohne vollständige Blasenkontrolle (normale Entwicklung)
👧 Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind nass im Bett mindestens zweimal pro Woche über mehrere Monate
- Rückfall nach zuvor zuverlässiger Blasenkontrolle (sekundäre Enuresis)
- Leidensdruck durch Peinlichkeit, soziale Einschränkungen oder familiäre Konflikte
💡 Codierung und Besonderheiten
- F98.0 – Nichtorganische Enuresis
- Abgrenzung zu organischen Ursachen der Harninkontinenz ist entscheidend
- Wichtig: Diagnose nur bei wiederholtem Einnässen ohne organische Ursache und klinisch relevantem Leidensdruck
F98.1 Nichtorganische Enkopresis
Die Diagnosekriterien der F98.1 Nichtorganischen Enkopresis beschreiben eine wiederkehrende, unwillkürliche Darmentleerung bei Kindern, die nach dem üblichen Alter der Darmkontrolle (typischerweise ≥4 Jahre) auftritt. Die Störung ist nicht durch organische Ursachen bedingt und führt zu deutlich erkennbarem Leidensdruck oder Beeinträchtigung des sozialen, schulischen oder familiären Lebens.
Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:
🙈 Kernmerkmale
- Wiederholte, unwillkürliche Darmentleerungen, die nicht altersgemäß kontrolliert werden
- Mindestens ein Vorfall pro Monat über mindestens drei Monate
- Keine körperliche Erkrankung oder anatomische Fehlbildung, die die Störung erklärt
- Alter des Kindes mindestens 4 Jahre, altersgerechte Darmkontrolle erwartet
🧒 Entwicklungsaspekte
- Primäre Enkopresis: Kind hat die Darmkontrolle noch nie zuverlässig erlernt
- Sekundäre Enkopresis: Rückfall nach mindestens 6-monatiger Phase der Darmkontrolle
- Beeinträchtigt Selbstwertgefühl, soziale Integration und Familienleben
⏳ Verlauf & Dauer
- Symptome treten über mindestens drei Monate wiederholt auf
- Verlauf kann variabel sein: spontane Besserung möglich, chronische Formen möglich
- Therapie kann Verhaltenstraining, Toilettentraining oder psychotherapeutische Unterstützung umfassen
❌ Ausschlusskriterien
- Organische Ursachen wie Anomalien des Darms, neurologische Erkrankungen oder Infektionen
- Psychische oder emotionale Störungen allein erklären das wiederholte Einkoten nicht
- Alter <4 Jahre ohne vollständige Darmkontrolle (normale Entwicklung)
👧 Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind hat wiederkehrende unwillkürliche Stuhlabgänge mindestens einmal pro Monat über mehrere Monate
- Rückfall nach zuvor zuverlässiger Darmkontrolle (sekundäre Enkopresis)
- Leidensdruck durch Peinlichkeit, soziale Einschränkungen oder familiäre Konflikte
💡 Codierung und Besonderheiten
- F98.1 – Nichtorganische Enkopresis
- Abgrenzung zu organischen Ursachen der Stuhlinkontinenz ist entscheidend
- Wichtig: Diagnose nur bei wiederholten unwillkürlichen Stuhlabgängen ohne organische Ursache und klinisch relevantem Leidensdruck
F98.2 Fütterstörung im frühen Kindesalter
Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:
🙈 Kernmerkmale
- Wiederholte Ablehnung bestimmter Nahrungsmittel oder Mahlzeiten
- Verweigerung ausreichender Nahrungsaufnahme, die zu Gewichtsverlust oder verzögerter körperlicher Entwicklung führt
- Fehlende oder stark eingeschränkte Ernährungsmuster über einen längeren Zeitraum
- Störung nicht besser erklärbar durch organische Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen
🧒 Entwicklungsaspekte
- Beginn typischerweise im Säuglings- oder Kleinkindalter
- Beeinträchtigt körperliche Entwicklung (Gewicht, Größe) und teilweise motorische oder psychische Entwicklung
- Kann familiäre Belastung und Konflikte bei Mahlzeiten hervorrufen
⏳ Verlauf & Dauer
- Symptome bestehen über mehrere Wochen bis Monate und zeigen Persistenz ohne Intervention
- Frühe therapeutische Maßnahmen (Ernährungsmanagement, Verhaltenstherapie) verbessern häufig den Verlauf
❌ Ausschlusskriterien
- Organische Ursachen für Nahrungsverweigerung (z. B. gastrointestinale Erkrankungen, Nahrungsmittelallergien)
- Störung erklärt sich durch Entwicklungsstörungen, psychische Erkrankungen oder kulturelle Faktoren nicht ausreichend
- Keine altersgerechte Phase wählerischen Essens ohne klinische Relevanz
👧 Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kleinkind verweigert regelmäßig Mahlzeiten über mehrere Wochen
- Nur sehr begrenzte Auswahl an Nahrungsmitteln wird akzeptiert, andere werden strikt abgelehnt
- Gewichtszunahme bleibt hinter altersgerechten Normen zurück
- Eltern berichten von deutlicher Belastung und Konflikten beim Füttern
💡 Codierung und Besonderheiten
- F98.2 – Fütterstörung im frühen Kindesalter
- Abgrenzung zu organischen Essstörungen oder psychischen Erkrankungen erforderlich
- Wichtig: Diagnose nur bei klinisch relevanter Einschränkung der Nahrungsaufnahme und Leidensdruck
F98.3 Pica im Kindesalter
Die Diagnosekriterien der F98.3 Pica im Kindesalter beschreiben eine anhaltende, wiederholte Aufnahme von nicht essbaren Substanzen (z. B. Erde, Kreide, Papier), die über normales exploratorisches Verhalten hinausgeht. Die Störung kann zu gesundheitlichen Risiken, Entwicklungsbeeinträchtigungen und sozialem Leidensdruck führen.
Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:
🙈 Kernmerkmale
- Wiederholtes Essen oder Kauen nicht essbarer Substanzen über einen Zeitraum von mindestens einem Monat
- Verhalten ist unangemessen für Entwicklungsalter und kulturellen Kontext
- Kann gesundheitliche Komplikationen verursachen, z. B. Vergiftungen, Infektionen oder gastrointestinale Probleme
- Störung nicht durch andere psychische oder körperliche Erkrankungen ausreichend erklärbar
🧒 Entwicklungsaspekte
- Beginn typischerweise im Vorschul- oder frühen Schulalter
- Kann mit Entwicklungsverzögerungen, geistigen Behinderungen oder familiären Belastungen assoziiert sein
- Beeinträchtigt soziale Integration, z. B. durch negative Reaktionen von Bezugspersonen oder Gleichaltrigen
⏳ Verlauf & Dauer
- Symptome bestehen über Wochen bis Monate oder länger
- Spontane Remission möglich, aber Risiko chronischer Verhaltensmuster besteht
- Therapeutische Interventionen (Verhaltenstherapie, Elterntraining) können den Verlauf verbessern
❌ Ausschlusskriterien
- Normales exploratorisches Verhalten im Säuglings- oder Kleinkindalter
- Störung erklärt sich durch andere psychische Erkrankungen (z. B. Autismus-Spektrum-Störung, Zwangsstörung) oder Mangelernährung nicht ausreichend
- Organische Ursachen für das Verhalten ausgeschlossen
👧 Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind isst regelmäßig Erde, Kreide oder Papier über mehrere Wochen
- Verhalten wird trotz Verbote oder Ermahnungen fortgesetzt
- Gesundheitsrisiken wie Verdauungsprobleme oder Infektionen treten auf
- Eltern berichten über sozialen Stress und Konflikte im Alltag
💡 Codierung und Besonderheiten
- F98.3 – Pica im Kindesalter
- Abgrenzung zu altersgerechtem Explorationsverhalten und anderen psychischen oder körperlichen Erkrankungen entscheidend
- Wichtig: Diagnose nur bei klinisch relevanter, wiederholter Aufnahme nicht essbarer Substanzen mit Leidensdruck
F98.4- Stereotype Bewegungsstörungen
Die Diagnosekriterien der F98.4 Stereotype Bewegungsstörungen beschreiben wiederholte, gleichförmige, scheinbar zweckfreie Bewegungen, die über altersgerechtes Bewegungsverhalten hinausgehen. Die Störung kann zu Beeinträchtigungen im sozialen, schulischen oder familiären Alltag führen, ist aber meist selbstlimitierend.
Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:
🙈 Kernmerkmale
- Wiederholte, stereotype Bewegungen wie Schaukeln, Händeflattern, Kopfnicken oder Körperwiegen
- Bewegungen sind gleichförmig, rhythmisch und scheinbar ohne funktionalen Zweck
- Deutlicher Leidensdruck oder Beeinträchtigung in sozialen, schulischen oder familiären Bereichen
- Störung nicht besser erklärbar durch neurologische Erkrankungen oder andere psychische Störungen
🧒 Entwicklungsaspekte
- Beginn meist im Säuglings- oder frühen Kleinkindalter
- Kann in Stresssituationen oder bei Langeweile verstärkt auftreten
- Beeinträchtigt soziale Integration, motorische Entwicklung oder schulische Aktivitäten bei ausgeprägtem Verlauf
⏳ Verlauf & Dauer
- Symptome bestehen über Wochen bis Monate oder länger
- Häufig selbstlimitierend im Vorschulalter, können aber bei einigen Kindern persistieren
- Therapeutische Maßnahmen (Verhaltenstherapie, Beschäftigungstherapie) können hilfreich sein
❌ Ausschlusskriterien
- Neurologische Erkrankungen wie Epilepsien oder Bewegungsstörungen mit organischer Ursache
- Störung besser erklärbar durch andere psychische Erkrankungen (z. B. Autismus-Spektrum-Störungen, Ticstörungen)
- Altersgerechtes Bewegungsverhalten ohne klinische Relevanz
👧 Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kleinkind wiegt sich regelmäßig vor und zurück oder schlägt mit den Händen rhythmisch auf Objekte
- Bewegungen treten häufig in Ruhe, Langeweile oder Stresssituationen auf
- Beeinträchtigung sozialer Interaktion oder Spielaktivitäten bei ausgeprägten Stereotypien
💡 Codierung und Besonderheiten
- F98.4 – Stereotype Bewegungsstörungen
- Abgrenzung zu Ticstörungen (F95.-) und Autismus-Spektrum-Störungen erforderlich
- Wichtig: Diagnose nur bei wiederholten, klinisch relevanten, zweckfreien Bewegungen mit funktioneller Beeinträchtigung
F98.5 Stottern [Stammeln]
Die Diagnosekriterien der F98.5 Stottern [Stammeln] beschreiben eine Sprechstörung des Kindesalters, bei der die Flüssigkeit des Sprachflusses wiederholt unterbrochen wird. Die Störung geht über vorübergehendes, altersgemäßes Stammeln hinaus und führt zu erheblichem Leidensdruck oder Beeinträchtigung im sozialen, schulischen oder familiären Alltag.
Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:
🙈 Kernmerkmale
- Wiederholtes Stottern, Verlängerungen oder Blockaden beim Sprechen
- Häufige Wiederholungen von Lauten, Silben oder Wörtern
- Unterbrechungen des Sprachflusses beeinträchtigen Verständlichkeit und Kommunikation
- Deutlicher Leidensdruck oder soziale/psychische Beeinträchtigung
- Störung nicht durch neurologische Erkrankungen, Hörprobleme oder andere organische Ursachen erklärbar
🧒 Entwicklungsaspekte
- Beginn typischerweise im Vorschulalter (zwischen 2 und 6 Jahren)
- Kann situativ variieren (z. B. verstärkt unter Stress, Aufregung oder beim Sprechen vor Gruppen)
- Beeinträchtigt soziale Interaktion, Selbstwertgefühl und schulische Leistungen
⏳ Verlauf & Dauer
- Symptome bestehen über mehrere Monate oder länger
- Spontane Besserung häufig bei leichten Fällen, persistierendes Stottern möglich
- Therapie umfasst Logopädie, Verhaltenstherapie oder unterstützende Interventionen
❌ Ausschlusskriterien
- Störung erklärbar durch neurologische Erkrankungen oder strukturelle Anomalien
- Sprachflussprobleme im Rahmen anderer psychischer Störungen ohne eigenständiges Stottern
- Altersgerechtes vorübergehendes Stammeln ohne klinische Relevanz
👧 Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kleinkind wiederholt Silben oder Laute beim Sprechen, oft begleitet von Anstrengung oder Gesichtsspannung
- Stottern verstärkt in ungewohnten oder stressigen Situationen
- Kind zeigt Vermeidungsverhalten beim Sprechen vor Gruppen oder neuen Personen
- Leidensdruck durch soziale Peinlichkeit oder Missverständnisse im Alltag
💡 Codierung und Besonderheiten
- F98.5 – Stottern [Stammeln]
- Abgrenzung zu Sprachentwicklungsstörungen, neurologischen Erkrankungen oder psychogenen Sprechstörungen erforderlich
- Wichtig: Diagnose nur bei klinisch relevantem Stottern mit funktioneller Beeinträchtigung
F98.6 Poltern
Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:
🙈 Kernmerkmale
- Deutlich beschleunigter, unregelmäßiger oder unkoordiniert fließender Sprachfluss
- Auslassung von Lauten, Silben oder Wörtern, unklare Aussprache
- Beeinträchtigung der Verständlichkeit für Zuhörer
- Deutlicher Leidensdruck oder Beeinträchtigung sozialer und schulischer Kommunikation
- Störung nicht erklärbar durch neurologische Erkrankungen, Hörprobleme oder andere organische Ursachen
🧒 Entwicklungsaspekte
- Beginn meist im Vorschul- oder frühen Schulalter
- Kann situationsabhängig variieren, z. B. verstärkt bei Aufregung oder ungewohnter Umgebung
- Beeinträchtigt soziale Interaktion, schulische Leistungen und Selbstwertgefühl
⏳ Verlauf & Dauer
- Symptome bestehen über mehrere Monate oder länger
- Teilweise Besserung mit Therapie (Logopädie, Sprachtraining) möglich
- Persistierende Fälle können funktionelle Einschränkungen im Alltag verursachen
❌ Ausschlusskriterien
- Störung erklärbar durch neurologische Erkrankungen oder strukturelle Anomalien
- Schnelle Sprache ohne Verständlichkeitsprobleme und ohne klinische Relevanz
- Sprachflussprobleme im Rahmen anderer psychischer Störungen ohne eigenständiges Poltern
👧 Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind spricht sehr schnell und verschluckt Silben oder Wörter, sodass Zuhörer Schwierigkeiten haben, den Inhalt zu verstehen
- Verstärkung des Sprechtempos in Stresssituationen oder bei Aufregung
- Leidensdruck durch Missverständnisse, schulische Probleme oder soziale Peinlichkeit
💡 Codierung und Besonderheiten
- F98.6 – Poltern
- Abgrenzung zu Stottern (F98.5), Sprachentwicklungsstörungen und neurologischen Ursachen erforderlich
- Wichtig: Diagnose nur bei klinisch relevantem, unregelmäßig schnellem Sprachfluss mit funktioneller Beeinträchtigung
F98.8- Sonstige näher bezeichnete Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:
🙈 Kernmerkmale
- Deutlich abweichendes, wiederholtes oder problematisches Verhalten, das über altersgerechte Entwicklungsnormen hinausgeht
- Emotionale Auffälligkeiten wie Ängstlichkeit, depressive Symptome oder übermäßige Gereiztheit
- Verhaltens- oder Emotionsprobleme verursachen soziale, schulische oder familiäre Belastungen
- Störung nicht ausreichend durch andere psychische oder körperliche Erkrankungen erklärbar
🧒 Entwicklungsaspekte
- Beginn typischerweise im Kindes- oder Jugendalter
- Beeinträchtigt soziale Integration, schulische Leistungen oder altersgerechte Entwicklung
- Verhalten kann situationsabhängig variieren, z. B. verstärkt unter Stress oder bei Veränderungen im Alltag
⏳ Verlauf & Dauer
- Symptome bestehen über Wochen bis Monate und zeigen Persistenz ohne Intervention
- Verlauf kann episodisch oder länger anhaltend sein
- Therapie kann Verhaltenstherapie, psychologische Beratung oder familienorientierte Interventionen umfassen
❌ Ausschlusskriterien
- Störung besser erklärbar durch spezifische F98-Diagnosen (z. B. Enuresis, Enkopresis, Fütterstörung, Stottern, Poltern)
- Störung erklärt sich durch organische Erkrankungen oder neurologische Ursachen nicht ausreichend
- Altersgerechtes, vorübergehendes problematisches Verhalten ohne klinische Relevanz
👧 Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind zeigt wiederholt auffälliges Verhalten, das nicht in andere F98-Kategorien passt
- Emotionale Probleme wie Ängstlichkeit oder Gereiztheit begleiten das Verhalten
- Soziale oder schulische Beeinträchtigungen entstehen durch die Verhaltensauffälligkeiten
- Familien berichten über Belastung und Konflikte im Alltag
💡 Codierung und Besonderheiten
- F98.8 – Sonstige näher bezeichnete Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
- Dient als Restkategorie für klinisch relevante Störungen, die keiner spezifischen F98-Diagnose zugeordnet werden können
- Wichtig: Diagnose nur bei deutlichem Leidensdruck und funktioneller Beeinträchtigung
F98.9 Nicht näher bezeichnete Verhaltens- oder emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
Die Diagnosekriterien der F98.9 beschreiben klinisch relevante Verhaltens- oder emotionale Auffälligkeiten im Kindes- oder Jugendalter, die nicht eindeutig einer spezifischen F98-Unterkategorie zugeordnet werden können. Diese Störungen führen zu Leidensdruck oder funktioneller Beeinträchtigung in sozialen, schulischen oder familiären Bereichen.
Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:
🙈 Kernmerkmale
- Verhaltens- oder emotionale Auffälligkeiten, die über altersgerechte Normen hinausgehen
- Leidensdruck oder Beeinträchtigung im sozialen, schulischen oder familiären Umfeld
- Keine eindeutige Zuordnung zu spezifischen F98-Diagnosen (z. B. Enuresis, Enkopresis, Stottern, Poltern, Fütterstörung)
- Störung nicht besser erklärbar durch organische Erkrankungen oder andere psychische Störungen
🧒 Entwicklungsaspekte
- Beginn typischerweise im Kindes- oder Jugendalter
- Beeinträchtigt soziale Interaktion, schulische Leistungen oder altersgerechte Entwicklung
- Variabilität der Symptome abhängig von Stress, familiären oder schulischen Anforderungen
⏳ Verlauf & Dauer
- Symptome bestehen über Wochen bis Monate und zeigen Persistenz ohne Intervention
- Verlauf kann episodisch oder längerfristig sein
- Therapie kann Verhaltenstherapie, psychologische Beratung oder familienorientierte Interventionen umfassen
❌ Ausschlusskriterien
- Zuordnung zu spezifischen F98-Diagnosen möglich (dann andere F98-Kategorie verwenden)
- Störung erklärbar durch organische Ursachen oder andere psychische Erkrankungen
- Altersgerechtes, vorübergehendes problematisches Verhalten ohne klinische Relevanz
👧 Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind zeigt auffälliges Verhalten oder emotionale Probleme, die keiner spezifischen F98-Kategorie entsprechen
- Leidensdruck und soziale Beeinträchtigung durch das Verhalten erkennbar
- Familien berichten über Konflikte oder Belastungen im Alltag
- Schulische oder soziale Integration eingeschränkt, aber nicht durch spezifische Diagnose erklärbar
💡 Codierung und Besonderheiten
- F98.9 – Nicht näher bezeichnete Verhaltens- oder emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
- Restkategorie für klinisch relevante Auffälligkeiten, die keiner spezifischen F98-Diagnose zugeordnet werden können
- Wichtig: Diagnose nur bei deutlichem Leidensdruck und funktioneller Beeinträchtigung
Weitere ICD-10-Diagnosen
ICD-10 Diagnosen
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- F30-F39 Affektive Störungen
F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen - F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen - F70-F79 Intelligenzstörung
- F80-F89 Entwicklungsstörungen
- F90-F98 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
- F99-F99 Nicht näher bezeichnete psychische Störungen
Quellen
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