F-Diagnosen ICD 10 → F90-F98 → F93. Emotionale Störungen des Kindesalters
F93.- Emotionale Störungen des Kindesalters
Info zu der F93.- Emotionale Störungen des Kindesalters
Diagnosekriterien der F93.- Emotionale Störungen des Kindesalters
| Kriterien | F93.0 Trennungsangst |
F93.1 Phobische Störung |
F93.2 Soziale Ängstlichkeit |
F93.3 Geschwisterrivalität |
F93.8 Sonstige emotionale Störungen |
F93.9 Nicht näher bezeichnet |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Hauptmerkmale | Übermäßige Angst vor Trennung von Bezugspersonen | Angst vor spezifischen Objekten oder Situationen | Angst vor sozialen Situationen und Bewertung | Emotionale Konflikte innerhalb der Geschwisterbeziehung | Andere emotionale Auffälligkeiten | Nicht näher spezifiziert |
| Verhalten / Symptome | Weinen, Festklammern, Schulverweigerung | Vermeidung, Panik, vegetative Symptome | Schüchternheit, Rückzug, Unsicherheit | Eifersucht, Rivalität, Spannungen | Variabel: Angst, Rückzug, Stimmungsschwankungen | Unklar |
| Soziale Interaktion | Beeinträchtigt bei Trennung von Eltern | Variabel | Beeinträchtigt im Peer-Kontext | Störung innerhalb Geschwisterbeziehung | Variabel | Unklar |
| Intelligenz / Anpassung | Normal | Normal | Normal | Normal | Variabel | Unklar |
| Diagnostischer Hinweis | Fokus auf Trennungsangst, altersgerecht oder pathologisch | Fokus auf Phobie, situationsabhängig | Soziale Ängste zentral | Emotionale Konflikte innerhalb Familie | Sonstige emotionale Störungen des Kindesalters | Auffangdiagnose |
| Ausschlusskriterien | Keine organische Ursache oder Intelligenzminderung | Wie F93.0 | Wie F93.0 | Wie F93.0 | Wie F93.0 | Wie F93.0 |
Codierung der F93.- Emotionale Störungen des Kindesalters
F93.0 Emotionale Störung mit Trennungsangst des Kindesalters
Die Diagnosekriterien der F93.0 Emotionalen Störung mit Trennungsangst des Kindesalters beschreiben eine Angststörung, die sich durch eine dem Entwicklungsalter unangemessene, übermäßige Furcht vor der Trennung von wichtigen Bezugspersonen (z. B. Eltern) äußert. Diese Angst führt zu starkem Vermeidungsverhalten, anhaltender Belastung und körperlichen Beschwerden.
Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:
😰 Kernmerkmale
- Übermäßige Angst bei tatsächlicher oder befürchteter Trennung von der Hauptbezugsperson
- Anhaltende Sorge, dass der Bezugsperson etwas zustoßen könnte (z. B. Unfall, Krankheit, Tod)
- Weigerung, alleine zu Hause zu bleiben oder zur Schule/Kindergarten zu gehen
- Schlafprobleme: Einschlafen nur in Anwesenheit der Bezugsperson oder wiederholtes Aufsuchen dieser in der Nacht
- Albträume mit Trennungsthemen
- Körperliche Beschwerden (z. B. Bauchschmerzen, Übelkeit), wenn Trennung bevorsteht oder droht
⏳ Verlauf & Dauer
- Beginn typischerweise im Kindesalter, meist vor der Einschulung
- Symptome anhaltend über einen klinisch relevanten Zeitraum (≥ 4 Wochen)
- Angstreaktionen sind stärker als altersentsprechende normale Trennungsängste
❌ Ausschlusskriterien
- Keine altersgemäße normale Trennungsangst (z. B. Kleinkindalter)
- Symptome nicht besser erklärbar durch generalisierte Angststörung, soziale Angststörung, Autismus-Spektrum-Störung oder andere psychische Störungen
- Keine primär somatischen Ursachen für körperliche Symptome
👧 Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kleinkind schreit und klammert sich panisch an die Mutter beim Kindergartenbesuch, über Wochen hinweg
- Schulkind weigert sich, bei Freunden zu übernachten oder alleine zu Hause zu bleiben
- Vor der Schule treten regelmäßig Bauchschmerzen oder Übelkeit auf, die an Trennungssituationen gebunden sind
💡 Codierung und Besonderheiten
- F93.0 – Emotionale Störung mit Trennungsangst des Kindesalters
- Abgrenzung zu: F91.- (Störungen des Sozialverhaltens), F92.- (kombinierte Störungen), F93.2 (Störung mit sozialer Ängstlichkeit)
- Wichtig: Entwicklungskontext berücksichtigen, da normale altersbedingte Trennungsängste im Kleinkindalter nicht pathologisch sind
F93.1 Phobische Störung des Kindesalters
Die Diagnosekriterien der F93.1 Phobischen Störung des Kindesalters beschreiben eine Angststörung, die durch eine ausgeprägte, unangemessene und anhaltende Furcht vor spezifischen Objekten oder Situationen im Kindesalter gekennzeichnet ist. Diese Ängste gehen über die altersentsprechenden Entwicklungsängste hinaus, sind stark belastend und führen zu Vermeidungsverhalten.
Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:
😨 Kernmerkmale
- Deutliche, anhaltende Angst vor spezifischen Objekten oder Situationen (z. B. Tiere, Dunkelheit, laute Geräusche, Höhen, bestimmte Räume)
- Die Angstreaktionen treten regelmäßig und in vorhersehbaren Situationen auf
- Intensive körperliche Symptome wie Herzklopfen, Zittern, Bauchschmerzen oder Schwindel
- Deutliches Vermeidungsverhalten oder erheblicher Leidensdruck bei Konfrontation
🧒 Entwicklungsaspekte
- Die Ängste sind im Entwicklungsalter unangemessen stark und dauern länger als gewöhnliche, vorübergehende kindliche Ängste
- Beginnt meist im frühen Kindesalter, kann aber auch in der Schulzeit auftreten
- Führt zu deutlichen Einschränkungen im sozialen, schulischen oder familiären Bereich
⏳ Verlauf & Dauer
- Symptome bestehen über mehrere Wochen oder Monate hinweg
- Nicht auf kurze Phasen normaler Entwicklungsängste beschränkt
❌ Ausschlusskriterien
- Angst ist nicht Folge einer generalisierten Angststörung, sozialen Angststörung oder Trennungsangst (F93.0)
- Keine Erklärung durch andere psychische Störungen oder tiefgreifende Entwicklungsstörungen
👧 Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind entwickelt starke Angst vor Hunden und weigert sich, draußen zu spielen
- Schulkind hat panische Angst vor Dunkelheit und besteht darauf, mit Licht einzuschlafen
- Vermeidung von Orten (z. B. Keller, bestimmte Räume) aufgrund starker Furcht
💡 Codierung und Besonderheiten
- F93.1 – Phobische Störung des Kindesalters
- Abgrenzung zu: F40.- (Phobische Störungen bei Erwachsenen), F93.0 (Trennungsangst), F93.2 (soziale Ängstlichkeit)
- Wichtig: Diagnose nur bei deutlich übersteigerten, anhaltenden und funktionseinschränkenden Ängsten
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F93.2 Störung mit sozialer Ängstlichkeit des Kindesalters
Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:
🙈 Kernmerkmale
- Deutliche und anhaltende Angst in sozialen Situationen (z. B. Sprechen in der Klasse, Teilnahme an Spielen, Kontakt mit Gleichaltrigen oder Erwachsenen)
- Angst vor negativer Bewertung, Beschämung oder Versagen
- Körperliche Symptome wie Erröten, Schwitzen, Zittern, Bauchschmerzen oder Herzklopfen
- Vermeidung oder erheblicher Leidensdruck bei Konfrontation mit sozialen Anforderungen
🧒 Entwicklungsaspekte
- Beginnt typischerweise im Kindesalter, oft mit Schulbeginn oder in frühen sozialen Lernphasen
- Geht deutlich über normale Schüchternheit hinaus
- Beeinträchtigt soziale Kontakte, schulische Leistungen und die Entwicklung altersgerechter Freundschaften
⏳ Verlauf & Dauer
- Symptome bestehen über mehrere Wochen bis Monate
- Persistierend und nicht nur situationsabhängig
❌ Ausschlusskriterien
- Nicht besser erklärbar durch eine generalisierte Angststörung, Autismus-Spektrum-Störung oder mutistische Störungen
- Keine ausschließlich auf Trennungssituationen bezogene Angst (→ F93.0)
👧 Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind weigert sich, in der Schule vor der Klasse zu sprechen
- Angst, neue Freundschaften zu schließen oder an Gruppenaktivitäten teilzunehmen
- Starker Rückzug in sozialen Situationen trotz Wunsch nach Kontakten
💡 Codierung und Besonderheiten
- F93.2 – Störung mit sozialer Ängstlichkeit des Kindesalters
- Abgrenzung zu F40.1 (soziale Phobie bei Erwachsenen) und F93.1 (spezifische Phobien im Kindesalter)
- Wichtig: Diagnose nur bei deutlichem Leidensdruck und Entwicklungsbeeinträchtigung
F93.3 Emotionale Störung mit Geschwisterrivalität
Die Diagnosekriterien der F93.3 Emotionale Störung mit Geschwisterrivalität beschreiben eine emotionale Störung des Kindesalters, die im Zusammenhang mit der Geburt oder Anwesenheit eines Geschwisters auftritt. Sie geht über normale Eifersucht hinaus und führt zu deutlichem Leidensdruck oder auffälligem Verhalten.
Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:
👶 Kernmerkmale
- Deutliche emotionale Belastung im Zusammenhang mit einem Geschwisterkind
- Eifersucht, Angst vor Verlust elterlicher Zuwendung
- Regressives Verhalten (z. B. Einnässen, Babysprache, Anhänglichkeit)
- Verhaltensauffälligkeiten wie Trotz, Wutanfälle, Aggressivität oder Rückzug
🧒 Entwicklungsaspekte
- Beginn typischerweise nach der Geburt eines jüngeren Geschwisters
- Vor allem im Vorschul- und frühen Schulalter beobachtet
- Beeinträchtigt die normale Entwicklung von Bindung, Selbstwert und Sozialverhalten
⏳ Verlauf & Dauer
- Auftreten meist zeitnah nach Geburt oder Veränderung in der Geschwisterkonstellation
- Kann vorübergehend sein, in ausgeprägten Fällen jedoch über Monate bestehen
- Persistierend bei ungünstigen familiären oder sozialen Bedingungen
❌ Ausschlusskriterien
- Nicht allein durch normale Geschwisterrivalität erklärbar
- Keine besser passende Diagnose wie Anpassungsstörung (F43), Trennungsangst (F93.0) oder oppositionelles Verhalten
- Symptome müssen über die üblichen, entwicklungsbedingten Reaktionen hinausgehen
👧 Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind zeigt Aggressionen oder Ablehnung gegenüber dem Säugling
- Rückfall in frühere Entwicklungsstadien (z. B. Schnuller, nächtliches Ins-Bett-der-Eltern-Kommen)
- Übersteigerte Anhänglichkeit oder deutlicher Rückzug
- Körperliche Beschwerden oder vermehrtes Klammern, um Aufmerksamkeit zu erhalten
💡 Codierung und Besonderheiten
- F93.3 – Emotionale Störung mit Geschwisterrivalität
- Abgrenzung zu F43 (Anpassungsstörungen) und anderen emotionalen Störungen des Kindesalters
- Wichtig: Diagnose nur bei deutlichem Leidensdruck oder Entwicklungsbeeinträchtigung
F93.8 Sonstige emotionale Störungen des Kindesalters
Die Diagnosekategorie F93.8 Sonstige emotionale Störungen des Kindesalters dient als Sammeldiagnose für emotionale Störungen, die im Kindesalter auftreten, jedoch nicht eindeutig den spezifischen Untergruppen (z. B. Trennungsangst, Geschwisterrivalität, soziale Ängstlichkeit) zugeordnet werden können.
Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:
🌱 Kernmerkmale
- Deutliche emotionale Auffälligkeiten im Kindesalter
- Symptome passen nicht vollständig zu den spezifischen F93-Unterkategorien
- Können Ängste, übermäßige Sorgen, Traurigkeit oder regressives Verhalten umfassen
- Führen zu spürbarem Leidensdruck und Beeinträchtigungen in sozialen, schulischen oder familiären Bereichen
🧒 Entwicklungsaspekte
- Beginn typischerweise im frühen bis mittleren Kindesalter
- Emotionale Reaktionen gehen deutlich über altersentsprechende Normen hinaus
- Können die Entwicklung von Selbstwert, Bindung und sozialem Lernen beeinträchtigen
⏳ Verlauf & Dauer
- Symptome sind über Wochen bis Monate hinweg beständig
- Verlauf abhängig von Belastungsfaktoren und familiären Ressourcen
- Können sich unter ungünstigen Bedingungen chronifizieren
❌ Ausschlusskriterien
- Nicht besser erklärbar durch eine spezifische F93-Diagnose (z. B. Trennungsangst F93.0, soziale Ängstlichkeit F93.2, Geschwisterrivalität F93.3)
- Keine primären affektiven Störungen, Anpassungsstörungen oder Störungen des Sozialverhaltens
👧 Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind zeigt übermäßige Sorgen und Ängste ohne eindeutigen Bezug
- Verstärkte emotionale Labilität oder Stimmungsschwankungen
- Anhaltendes regressives Verhalten (z. B. anhänglich, kindlicher als altersentsprechend)
- Unklare emotionale Beschwerden, die nicht klar anderen Störungsbildern zugeordnet werden können
💡 Codierung und Besonderheiten
- F93.8 – Sonstige emotionale Störungen des Kindesalters
- Dient als Restkategorie für klinisch relevante emotionale Störungen, die nicht in andere Unterkategorien passen
- Wichtig: Diagnose nur bei deutlichem Leidensdruck oder Entwicklungsbeeinträchtigung
F93.9 Emotionale Störung des Kindesalters, nicht näher bezeichnet
Weitere ICD-10-Diagnosen
ICD-10 Diagnosen
- F00-F09 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
- F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
- F20- F29 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
- F30-F39 Affektive Störungen
F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen - F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen - F70-F79 Intelligenzstörung
- F80-F89 Entwicklungsstörungen
- F90-F98 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
- F99-F99 Nicht näher bezeichnete psychische Störungen
Quellen
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