F84.- Tief greifende Entwicklungsstörungen
Info zu der F84.- Tief greifende Entwicklungsstörungen
Diagnosekriterien der F84.- Tief greifende Entwicklungsstörungen
| Kriterien | F84.0 Frühkindlicher Autismus |
F84.1 Atypischer Autismus |
F84.2 Rett-Syndrom |
F84.3 Desintegrative Störung |
F84.4 Überaktive Störung mit IM |
F84.5 Asperger-Syndrom |
F84.8 Sonstige TEDS |
F84.9 TEDS n. n. b. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Beginn | Vor dem 3. Lebensjahr | Nach dem 3. LJ oder unvollständig | Nach zunächst normaler Entwicklung | Nach ≥ 2 Jahren normaler Entwicklung | Frühe Kindheit | Frühe Kindheit | Variabel | Nicht spezifiziert |
| Soziale Interaktion | Deutlich beeinträchtigt | Beeinträchtigt | Zunehmender Verlust | Verlust sozialer Fähigkeiten | Schwer beeinträchtigt | Qualitativ auffällig | Variabel | Nicht beschrieben |
| Kommunikation / Sprache | Verzögert oder fehlend | Variabel eingeschränkt | Verlust sprachlicher Fähigkeiten | Verlust zuvor erworbener Sprache | Schwer eingeschränkt | Formell gut, pragmatisch auffällig | Variabel | Nicht beschrieben |
| Stereotype Verhaltensweisen | Ausgeprägt | Vorhanden | Typische Handstereotypien | Zunehmend | Bewegungsstereotypien | Vorhanden | Variabel | Nicht spezifiziert |
| Intelligenzniveau | Häufig eingeschränkt | Variabel | Schwere Intelligenzminderung | Schwere Einschränkung | Intelligenzminderung | Keine Intelligenzminderung | Variabel | Unbekannt |
| Verlauf | Stabil, lebenslang | Variabel | Progressiv | Deutlich regressiv | Persistierend | Stabil | Variabel | Unklar |
| Diagnostischer Hinweis | Klassischer frühkindlicher Autismus | Unvollständige Kriterien | Genetisch bedingt (MECP2) | Schwere Entwicklungsregression | Kombination aus Hyperaktivität & IM | Autismus ohne Sprach-/IQ-Defizit | Restkategorie | Auffangdiagnose |
Codierung der F84.- Tief greifende Entwicklungsstörungen
F84.0 Frühkindlicher Autismus
F84.5 Asperger-Syndrom
F84.0 Frühkindlicher Autismus
Der frühkindliche Autismus (F84.0) ist eine tief greifende Entwicklungsstörung, die vor dem dritten Lebensjahr beginnt und durch qualitative Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion, Kommunikation sowie durch stereotype, repetitive Verhaltensmuster gekennzeichnet ist. Betroffene Kinder zeigen deutliche Defizite im Aufbau sozialer Beziehungen, in der sprachlichen und nonverbalen Kommunikation sowie in flexiblen Verhaltensweisen.
Diagnosekriterien der F84.0 Frühkindlicher Autismus
👥 Qualitative Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion
- Deutliche Einschränkungen im sozialen Gegenseitigkeitsverhalten
- Schwierigkeiten, Freundschaften oder altersgemäße Beziehungen aufzubauen
- Reduzierte geteilte Aufmerksamkeit, emotionale Resonanz und Empathie
💬 Qualitative Beeinträchtigungen der Kommunikation
- Verzögerte oder fehlende Sprachentwicklung
- Probleme im Gebrauch nonverbaler Kommunikationsmittel (Gestik, Mimik, Blickkontakt)
- Schwierigkeiten, Gespräche aufzubauen oder angemessen zu reagieren
🔄 Eingeschränkte, stereotype oder repetitive Verhaltensmuster
- Intensive, begrenzte Interessen oder zwanghafte Beschäftigungen
- Stereotype Bewegungen (Schaukeln, Händeflattern, Fingerrollen)
- Fixierung auf ritualisierte Abläufe und Widerstand gegen Veränderungen
🧠 Ausschlusskriterien
- Keine Intelligenzminderung, die die Symptome allein erklärt
- Keine neurologischen oder sensorischen Erkrankungen, die das Verhalten vollständig erklären
- Symptome beginnen vor dem dritten Lebensjahr
Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind zeigt kaum sozialen Blickkontakt, wenig emotionale Resonanz
- Sprache verzögert oder stereotyp, häufig Echolalien
- Stereotype Bewegungen und feste Rituale im Alltag
- Übermäßige Bindung an bestimmte Gegenstände oder wiederkehrende Interessen
Codierung und Besonderheiten
- F84.0 = Frühkindlicher Autismus
- Abgrenzung zu anderen tief greifenden Entwicklungsstörungen wie Asperger-Syndrom (F84.5) oder Rett-Syndrom (F84.2) erforderlich
- Diagnose basiert auf qualitativen Defiziten in sozialen, kommunikativen und Verhaltensaspekten
F84.1 Atypischer Autismus
Der atypische Autismus (F84.1) ist eine tief greifende Entwicklungsstörung, die sich durch qualitative Beeinträchtigungen in sozialen Interaktionen, Kommunikation und durch stereotype, repetitive Verhaltensweisen zeigt. Im Gegensatz zum frühkindlichen Autismus (F84.0) entsprechen die Symptome jedoch nicht allen diagnostischen Kriterien oder treten erst nach dem dritten Lebensjahr auf, oder sie zeigen ein untypisches Erscheinungsbild.
Diagnosekriterien der F84.1 Atypischer Autismus
👥 Qualitative Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion
- Einschränkungen im sozialen Gegenseitigkeitsverhalten
- Reduzierte Fähigkeit, Freundschaften oder altersgemäße Beziehungen aufzubauen
- Abweichendes Einfühlungsvermögen oder emotionale Resonanz
💬 Qualitative Beeinträchtigungen der Kommunikation
- Verzögerte, abweichende oder unvollständige Sprachentwicklung
- Probleme im Gebrauch nonverbaler Kommunikationsmittel (Gestik, Mimik, Blickkontakt)
- Schwierigkeiten im sozialen Gespräch oder in der Interaktion
🔄 Eingeschränkte, stereotype oder repetitive Verhaltensmuster
- Intensive, begrenzte Interessen oder ungewöhnliche Beschäftigungen
- Stereotype Bewegungen oder ritualisierte Handlungen
- Widerstand gegen Veränderungen im Umfeld oder Abläufen
🧠 Besondere Merkmale
- Symptome weichen in Umfang, Zeitpunkt des Auftretens oder Ausprägung von F84.0 ab
- Kann erst nach dem dritten Lebensjahr erkennbar sein
- Unvollständige Erfüllung der Kriterien für frühkindlichen Autismus
⚡ Ausschlusskriterien
- Keine Erklärung allein durch Intelligenzminderung oder andere neurologische Erkrankungen
- Störungen müssen primär psychischer Natur sein
Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind zeigt soziale Auffälligkeiten, die nicht alle Kriterien des frühkindlichen Autismus erfüllen
- Sprachentwicklung verzögert, teilweise abweichend, teilweise Echolalie
- Stereotype Verhaltensweisen nur teilweise ausgeprägt oder ungewöhnlich
- Interessen stark fokussiert, aber in untypischer Art und Weise
Codierung und Besonderheiten
- F84.1 = Atypischer Autismus
- Abgrenzung zu frühkindlichem Autismus (F84.0) und anderen tief greifenden Entwicklungsstörungen erforderlich
- Wird vergeben, wenn Symptome nicht alle Kriterien des klassischen Autismus erfüllen oder später auftreten
F84.2 Rett-Syndrom
Das Rett-Syndrom (F84.2) ist eine seltene, tief greifende Entwicklungsstörung, die fast ausschließlich Mädchen betrifft und durch einen Verlust erworbener Fähigkeiten nach einer anfänglich normalen Entwicklung in den ersten Lebensmonaten gekennzeichnet ist. Typisch ist der Verlust von Handfertigkeiten, Sprache und sozialen Fähigkeiten sowie das Auftreten stereotypischer Handbewegungen und neurologischer Auffälligkeiten.
Diagnosekriterien der F84.2 Rett-Syndrom
👶 Normale frühkindliche Entwicklung
- Die ersten 6–18 Monate zeigen normale Entwicklung von Motorik und Sozialverhalten
- Sprachentwicklung initial altersgerecht
🔄 Verlust erworbener Fähigkeiten
- Verlust von Handfertigkeiten, z. B. Greifen oder Manipulieren von Gegenständen
- Verlust von Sprachfähigkeit oder reduziertes Kommunikationsverhalten
- Verlust sozialer Interaktionsfähigkeiten
✋ Stereotype Handbewegungen
- Händewringen, Klatschen, Stoßen oder andere stereotype Handbewegungen
- Persistierende motorische Auffälligkeiten
🧠 Entwicklungsverzögerung und neurologische Auffälligkeiten
- Verlangsamung des Wachstums von Kopf und Gehirn (Mikrozephalie)
- Koordinationsstörungen, Gangunsicherheit
- Muskeltonusstörungen, spastische oder ataktische Bewegungsmuster
⚡ Ausschlusskriterien
- Keine andere neurologische oder genetische Ursache, die die Symptome vollständig erklärt
- Symptome müssen primär auf das Rett-Syndrom zurückzuführen sein
Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Mädchen zwischen 6–18 Monaten verliert Handfertigkeiten und Sprache
- Stereotype Handbewegungen wie Händewringen werden auffällig
- Sprachfähigkeiten gehen zurück, soziale Interaktion reduziert
- Motorische und koordinative Fähigkeiten nehmen ab, Gang unsicher
Codierung und Besonderheiten
- F84.2 = Rett-Syndrom
- Fast ausschließlich weibliche Betroffene
- Abgrenzung zu anderen tief greifenden Entwicklungsstörungen (F84.-) erforderlich
- Genetische Testung (MECP2-Mutation) kann zur Bestätigung beitragen
F84.3 Andere desintegrative Störung des Kindesalters
Die andere desintegrative Störung des Kindesalters (F84.3) ist eine seltene tief greifende Entwicklungsstörung, bei der ein Kind nach mindestens zwei Jahren normaler Entwicklung einen deutlichen Verlust zuvor erworbener Fähigkeiten in mehreren Bereichen zeigt. Typisch sind Rückgang von Sprache, sozialen Fähigkeiten, motorischen Fähigkeiten sowie das Auftreten von stereotypem Verhalten und eingeschränkten Interessen.
Diagnosekriterien der F84.3 Andere desintegrative Störung des Kindesalters
👶 Normale frühe Entwicklung
- Mindestens zwei Jahre altersgerechte Entwicklung in Sprache, Motorik, Sozialverhalten und Spiel
🔄 Deutlicher Rückgang erworbener Fähigkeiten
- Sprachfähigkeiten gehen zurück
- Soziale Interaktionen und Spielverhalten nehmen ab
- Motorische Fertigkeiten verschlechtern sich
✋ Stereotype oder begrenzte Verhaltensmuster
- Ritualisierte Handlungen oder Bewegungen
- Eingeschränkte Interessen, fixierte Objekte oder Aktivitäten
🧠 Klinische Auffälligkeiten
- Verlust sozialer und kommunikativer Fähigkeiten auffällig
- Regression in mehreren Entwicklungsbereichen
- Begleitende emotionale oder Verhaltensauffälligkeiten möglich
⚡ Ausschlusskriterien
- Keine neurologische oder genetische Störung, die die Symptome besser erklärt
- Symptome müssen primär auf die desintegrative Störung zurückzuführen sein
Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind mit zuvor normaler Entwicklung verliert plötzlich Sprache, Sozialverhalten und motorische Fertigkeiten
- Vermehrtes ritualisiertes Verhalten und eingeschränkte Interessen
- Emotionale Instabilität und Reizbarkeit können auftreten
- Regression tritt meist zwischen 2. und 10. Lebensjahr auf
Codierung und Besonderheiten
- F84.3 = Andere desintegrative Störung des Kindesalters
- Abgrenzung zu frühkindlichem Autismus (F84.0) wichtig: Bei F84.3 erfolgt normale frühe Entwicklung, dann Regression
- Seltene Störung, häufiger bei Jungen
- Therapie: multimodale Frühförderung, Verhaltenstherapie, Unterstützung der Kommunikationsfähigkeit
F84.4 Überaktive Störung mit Intelligenzminderung und Bewegungsstereotypien
Die überaktive Störung mit Intelligenzminderung und Bewegungsstereotypien (F84.4) ist eine tief greifende Entwicklungsstörung, bei der Kinder sowohl in ihrer intellektuellen Entwicklung beeinträchtigt sind als auch motorische Stereotypien zeigen. Typisch sind ausgeprägte Hyperaktivität, Impulsivität und wiederholte, ritualisierte Bewegungen. Diese Störung wird häufig schon im frühen Kindesalter erkennbar und betrifft sowohl kognitive als auch motorische und soziale Bereiche.
Diagnosekriterien der F84.4 Überaktive Störung mit Intelligenzminderung und Bewegungsstereotypien
🧠 Intellektuelle Beeinträchtigung
- Mittelgradige bis schwere Intelligenzminderung
- Signifikante Defizite in kognitiven Funktionen, Lernfähigkeit und Alltagskompetenz
⚡ Hyperaktivität und Impulsivität
- Übermäßige motorische Aktivität
- Schwierigkeiten, Aufmerksamkeit zu fokussieren
- Impulsives Verhalten, unkontrollierte Reaktionen
🔄 Bewegungsstereotypien
- Wiederholte, ritualisierte Bewegungen oder Handlungen
- Verhaltensmuster können ritualisiert oder zwanghaft wirken
🧩 Soziale und kommunikative Einschränkungen
- Reduzierte soziale Interaktion
- Eingeschränkte Kommunikationsfähigkeiten
- Schwierigkeiten in der Anpassung an soziale Anforderungen
❌ Ausschlusskriterien
- Andere neurologische oder genetische Störungen müssen ausgeschlossen sein
- Symptome müssen primär auf die überaktive Entwicklungsstörung zurückzuführen sein
Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind mit mittlerer Intelligenzminderung zeigt impulsives Verhalten und Hyperaktivität
- Ritualisierte Handbewegungen, wie Händeflattern oder Wiegen
- Schwierigkeiten, Regeln zu folgen oder sich längere Zeit zu konzentrieren
- Soziale Kontakte und Kommunikation stark eingeschränkt
Codierung und Besonderheiten
- F84.4 = Überaktive Störung mit Intelligenzminderung und Bewegungsstereotypien
- Abgrenzung zu Autismus (F84.0) und anderen tief greifenden Entwicklungsstörungen wichtig
- Therapie: Verhaltenstherapie, Förderung kognitiver und sozialer Fähigkeiten, Unterstützung im Alltag
F84.5 Asperger-Syndrom
Das Asperger-Syndrom (F84.5) ist eine tief greifende Entwicklungsstörung, die durch qualitative Beeinträchtigungen in der sozialen Interaktion sowie durch stereotype und ritualisierte Verhaltensmuster gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zum frühkindlichen Autismus (F84.0) besteht keine allgemeine Verzögerung der sprachlichen oder kognitiven Entwicklung. Betroffene zeigen jedoch Einschränkungen in nonverbaler Kommunikation, in der sozialen Anpassung und oft intensive, eng begrenzte Interessen.
Diagnosekriterien der F84.5 Asperger-Syndrom
🧩 Qualitative Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion
- Deutliche Schwierigkeiten im Aufbau und in der Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen
- Eingeschränkte Fähigkeit, Gefühle anderer zu erkennen oder darauf einzugehen
- Unangemessene soziale Reaktionen, Schwierigkeiten mit nonverbalen Signalen
🔄 Stereotype, sich wiederholende Verhaltensmuster und Interessen
- Eingeschränkte, intensive Interessen in engen Themenbereichen
- Ritualisierte oder stereotype Verhaltensweisen und Routinen
- Starkes Festhalten an bestimmten Abläufen oder Regeln
🗣 Sprach- und Kommunikationsmuster
- Keine generelle Verzögerung der sprachlichen Entwicklung
- Ungewöhnliche prosodische oder formale Sprachmuster
- Schwierigkeiten bei Gesprächen, nonverbaler Kommunikation und wechselseitigem Dialog
🧠 Kognitive Fähigkeiten
- Normaler oder überdurchschnittlicher Intelligenzquotient
- Häufig Spezialinteressen und Detailwissen in bestimmten Bereichen
❌ Ausschlusskriterien
- Keine allgemeine Verzögerung der sprachlichen oder kognitiven Entwicklung
- Symptome dürfen nicht besser durch frühkindlichen Autismus oder andere tief greifende Entwicklungsstörungen erklärt werden
Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind oder Jugendlicher mit normaler Sprache zeigt intensive Spezialinteressen (z. B. Eisenbahnen, Computerprogramme)
- Schwierigkeiten beim Aufbau von Freundschaften oder angemessener sozialer Interaktion
- Ritualisierte Tagesabläufe, Widerstand gegen Änderungen
- Detailorientierte Denkweise und ausgeprägte Systematisierung von Wissen
Codierung und Besonderheiten
- F84.5 = Asperger-Syndrom
- Abgrenzung zu frühkindlichem Autismus (F84.0) durch intakte frühe Sprach- und kognitive Entwicklung
- Therapie: Soziale Kompetenztrainings, Verhaltensinterventionen, Unterstützung in Schule und Alltag
F84.8 Sonstige tief greifende Entwicklungsstörungen
Die sonstigen tief greifenden Entwicklungsstörungen (F84.8) umfassen tief greifende Entwicklungsstörungen, die die Kriterien der spezifischen Unterkategorien (wie frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom oder Rett-Syndrom) nicht exakt erfüllen, aber dennoch durch qualitative Beeinträchtigungen in sozialen Interaktionen und durch stereotype, ritualisierte Verhaltensmuster gekennzeichnet sind. Betroffene zeigen Symptome, die teilweise atypisch oder unvollständig ausgeprägt sind, wodurch keine präzise Zuordnung zu den anderen F84.-Kategorien möglich ist.
Diagnosekriterien der F84.8 Sonstige tief greifende Entwicklungsstörungen
🧩 Qualitative Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion
- Schwierigkeiten im Aufbau und Aufrechterhalten sozialer Beziehungen
- Beeinträchtigte Fähigkeit, Gefühle oder nonverbale Signale anderer zu erkennen
- Unangemessene soziale Reaktionen oder Interaktionen
🔄 Stereotype, sich wiederholende Verhaltensmuster und Interessen
- Ritualisierte oder stereotype Handlungen oder Routinen
- Eingeschränkte und intensive Interessen in bestimmten Themenbereichen
- Festhalten an Abläufen oder Regeln
🗣 Sprach- und Kommunikationsauffälligkeiten
- Variabel ausgeprägte Sprachstörungen, teilweise unauffällig
- Schwierigkeiten bei wechselseitiger Kommunikation oder nonverbaler Interaktion
🧠 Kognitive Fähigkeiten
- Intelligenz kann normal, erhöht oder vermindert sein
- Detailorientierung oder Spezialinteressen können vorhanden sein
❌ Ausschlusskriterien
- Die Symptome erfüllen nicht die spezifischen Kriterien für andere F84.-Unterkategorien
- Keine organische Erkrankung oder andere neurologische Ursache erklärt die Auffälligkeiten besser
Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind zeigt soziale Auffälligkeiten und stereotype Verhaltensweisen, ohne dass ein klar definierter Autismus oder Asperger-Syndrom vorliegt
- Teilweise kommunikative oder sprachliche Einschränkungen
- Rituale oder spezielle Interessen, die nicht typisch für eine andere F84.-Kategorie sind
Codierung und Besonderheiten
- F84.8 = Sonstige tief greifende Entwicklungsstörungen
- Dient als Auffangdiagnose für atypische oder nicht klar klassifizierbare tief greifende Entwicklungsstörungen
- Therapie: Förderung sozialer Fähigkeiten, Verhaltensinterventionen, Unterstützung in Schule und Alltag
F84.9 Tief greifende Entwicklungsstörung, nicht näher bezeichnet
Die Tief greifende Entwicklungsstörung, nicht näher bezeichnet (F84.9) wird verwendet, wenn eine tief greifende Entwicklungsstörung vorliegt, die die typischen Merkmale der anderen Unterkategorien des F84-Komplexes (wie frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom, Rett-Syndrom) nicht eindeutig erfüllt. Die Störung ist durch qualitative Beeinträchtigungen in sozialen Interaktionen, Kommunikation und häufig durch stereotype oder ritualisierte Verhaltensmuster gekennzeichnet, jedoch reichen die Informationen nicht aus, um eine präzise Unterkategorie zuzuordnen.
Diagnosekriterien der F84.9 Tief greifende Entwicklungsstörung, nicht näher bezeichnet
🧩 Qualitative Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion
- Schwierigkeiten im Aufbau und Aufrechterhalten sozialer Beziehungen
- Beeinträchtigte Fähigkeit, Gefühle oder nonverbale Signale anderer zu erkennen
- Unangemessene soziale Reaktionen oder Interaktionen
🔄 Stereotype, sich wiederholende Verhaltensmuster und Interessen
- Ritualisierte oder stereotype Handlungen oder Routinen
- Eingeschränkte und intensive Interessen in bestimmten Themenbereichen
- Festhalten an Abläufen oder Regeln
🗣 Sprach- und Kommunikationsauffälligkeiten
- Variabel ausgeprägte Sprachstörungen, teilweise unauffällig
- Schwierigkeiten bei wechselseitiger Kommunikation oder nonverbaler Interaktion
🧠 Kognitive Fähigkeiten
- Intelligenz kann normal, erhöht oder vermindert sein
- Detailorientierung oder Spezialinteressen können vorhanden sein
❌ Ausschlusskriterien
- Die Symptome erfüllen nicht die spezifischen Kriterien für andere F84.-Unterkategorien
- Keine organische Erkrankung oder andere neurologische Ursache erklärt die Auffälligkeiten besser
Typische Erscheinungsbilder / Beispiele
- Kind oder Jugendlicher zeigt soziale und kommunikative Einschränkungen, die nicht klar einem Autismus-Spektrum zugeordnet werden können
- Teilweise stereotype oder ritualisierte Verhaltensweisen
- Schwierigkeiten bei Anpassung in Schule oder Alltag, ohne eindeutige Zuordnung zu einer spezifischen F84.-Unterkategorie
Codierung und Besonderheiten
- F84.9 = Tief greifende Entwicklungsstörung, nicht näher bezeichnet
- Dient als Auffangdiagnose bei unklaren oder unvollständig dokumentierten tief greifenden Entwicklungsstörungen
- Therapie: Förderung sozialer, kommunikativer und adaptiver Fähigkeiten, Verhaltenstherapie, Unterstützung in Schule und Alltag
Weitere ICD-10-Diagnosen
ICD-10 Diagnosen
- F00-F09 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
- F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
- F20- F29 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
- F30-F39 Affektive Störungen
F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen - F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen - F70-F79 Intelligenzstörung
- F80-F89 Entwicklungsstörungen
- F90-F98 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
- F99-F99 Nicht näher bezeichnete psychische Störungen
Quellen
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