F-Diagnosen ICD 10F40-F48 → F45. Somatoforme Störungen

F45.- Somatoforme Störungen

Die Diagnose F45.- umfasst somatoforme Störungen, bei denen körperliche Beschwerden auftreten, die jedoch nicht durch eine organische Krankheit erklärbar sind. Sie dient der Einordnung von wiederkehrenden körperlichen Symptomen mit psychischer Ursache und unterstützt eine gezielte Behandlung.

Info zu der F45.- Somatoforme Störungen

Das Charakteristikum ist die wiederholte Darbietung körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach medizinischen Untersuchungen trotz wiederholter negativer Ergebnisse und Versicherung der Ärzte, dass die Symptome nicht körperlich begründbar sind. Wenn somatische Störungen vorhanden sind, erklären sie nicht die Art und das Ausmaß der Symptome, das Leiden und die innerliche Beteiligung des Patienten.

Diagnosekriterien der F45.- Somatoforme Störungen

Kriterien / Symptome F45.0
Somatisierungsstörung
F45.1
Undifferenzierte Somatisierungsstörung
F45.2
Hypochondrische Störung
F45.3
Somatoforme autonome Funktionsstörung
F45.4
Anhaltende Schmerzstörung
F45.8
Sonstige somatoforme Störungen
F45.9
Nicht näher bezeichnet
Hauptsymptome
• Anhaltende körperliche Beschwerden ohne ausreichende organische Ursache
• Überzeugung, schwer krank zu sein oder ernsthafte Krankheit befürchten
• Häufiges Arztbesuche oder Krankheitsängste
Multiple, wechselnde körperliche Beschwerden über Jahre Somatische Beschwerden, aber weniger komplex / weniger langdauernd Überdauernde Angst vor schwerer Krankheit trotz medizinischer Aufklärung Symptome der autonomen Körperfunktionen (Herz, Magen-Darm, Atmung) ohne organische Ursache Chronische Schmerzen ohne ausreichende körperliche Ursache Andere somatoforme Symptome, z. B. sexuelle Funktionsstörungen ohne organische Ursache Unklar / nicht näher bezeichnet
Nebensymptome
• Angst, Unruhe, depressive Verstimmungen
• Alltags- und Berufseinschränkung
• Hoher Leidensdruck
Verunsicherung, häufige Arztbesuche, Sorge um Gesundheit Leichte bis mittlere psychische Belastung durch Beschwerden Übermäßige Beschäftigung mit Gesundheitsfragen, ständige Kontrolle Vegetative Symptome (Herzklopfen, Schwitzen, Atemnot) Beeinträchtigung durch Schmerzen im Alltag Variabel je nach Form Unklar
Dauer Mehrere Jahre, oft chronisch Wochen bis Monate, variabel Wochen bis Jahre Wochen bis Monate

Codierung der F45.- Somatoforme Störungen

F45.0 Somatisierungsstörung

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F45.1 Undifferenzierte Somatisierungsstörung

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F45.2 Hypochondrische Störung

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F45.3- Somatoforme autonome Funktionsstörung

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F45.4- Anhaltende Schmerzstörung

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F45.8 Sonstige somatoforme Störungen

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F45.9 Somatoforme Störung, nicht näher bezeichnet

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F45.0 Somatisierungsstörung

Die Somatisierungsstörung ist eine Form der somatoformen Störung, bei der mehrere körperliche Beschwerden über Jahre hinweg wiederholt auftreten, ohne dass ausreichend organische Ursachen gefunden werden. Betroffene berichten über chronische Schmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, sexuelle oder neurologische Symptome, die häufig zu zahlreichen Arztbesuchen und medizinischen Untersuchungen führen. Die Symptome werden nicht absichtlich vorgetäuscht, sondern erleben die Betroffenen als echt und belastend.

Diagnosekriterien der F45.0 Somatisierungsstörung

Die Kernmerkmale sind Folgende:

🩺 Vielfältige körperliche Symptome

  • Schmerzen in verschiedenen Körperregionen (z. B. Kopf, Bauch, Gelenke)
  • Gastrointestinale Beschwerden (z. B. Übelkeit, Durchfall)
  • Sexuelle oder neurologische Symptome ohne ausreichende organische Ursache

⏱️ Chronischer Verlauf

  • Symptome bestehen über Jahre, oft seit der Jugend
  • Wiederholtes Auftreten von Beschwerden in wechselnden Körperregionen

⚡ Keine bewusste Simulation

  • Symptome werden nicht absichtlich vorgetäuscht oder simuliert
  • Betroffene erleben die Beschwerden als real und belastend

🧠 Hoher Leidensdruck und Einschränkungen im Alltag

  • Häufig wiederholte Arztbesuche und medizinische Untersuchungen
  • Beeinträchtigung sozialer, beruflicher oder familiärer Funktionen

🔄 Nicht erklärbar durch andere Erkrankungen

  • Ausschluss medizinischer Ursachen für die Symptome
  • Symptome sind nicht besser durch andere psychische Störungen erklärbar

Typische Erscheinungsbilder / Beispiele

  • Chronische Schmerzen in verschiedenen Körperregionen
  • Wiederholte Magen-Darm-Beschwerden oder Herzrasen ohne organische Ursache
  • Neurologische Symptome wie Schwindel, Taubheitsgefühle oder Gangstörungen
  • Häufig Begleiterscheinungen: Angst, depressive Stimmung oder erhöhter Arztbesuch

Codierung und Besonderheiten

  • F45.0 ist eine Unterkategorie der somatoformen Störungen (F45.-)
  • Sie wird vergeben, wenn mehrere körperliche Beschwerden über Jahre bestehen, die nicht durch organische Erkrankungen erklärbar sind
  • Stellt eine chronische und komplexe Form der somatoformen Störung dar, oft mit hohem psychosozialen Belastungspotenzial

F45.1 Undifferenzierte Somatisierungsstörung

Die undifferenzierte Somatisierungsstörung ist eine Form der somatoformen Störung, bei der körperliche Beschwerden über mindestens sechs Monate bestehen, jedoch weniger ausgeprägt oder weniger vielfältig sind als bei der klassischen Somatisierungsstörung (F45.0). Betroffene erleben die Beschwerden als real und belastend, obwohl keine ausreichende organische Ursache vorliegt. Häufig führen diese Symptome zu wiederholten Arztbesuchen und einer intensiven Auseinandersetzung mit der eigenen Gesundheit.

Diagnosekriterien der F45.1 Undifferenzierte Somatisierungsstörung

Die Kriterien zur Diagnose der undifferenzierten Somatisierungsstörung dienen dazu, festzulegen, welche Merkmale erfüllt sein müssen, damit die Störung eindeutig erkannt und von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden kann. Sie geben einen Rahmen für die diagnostische Beurteilung und helfen, die Störung systematisch zu klassifizieren. Die wichtigsten Merkmale sind:

🩺 Körperliche Symptome

  • Vorhanden, aber weniger zahlreich oder komplex als bei F45.0
  • Können Schmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder unspezifische Symptome umfassen

⏱️ Dauer

  • Symptome bestehen über mindestens 6 Monate
  • Chronischer oder wiederholter Verlauf möglich

⚡ Keine bewusste Simulation

  • Beschwerden werden nicht absichtlich vorgetäuscht
  • Betroffene erleben die Symptome als real

🧠 Leidensdruck und Einschränkungen im Alltag

  • Beeinträchtigung sozialer, beruflicher oder familiärer Funktionen möglich
  • Häufig Arztbesuche oder wiederholte Untersuchungen

❌ Nicht besser erklärbar durch andere Erkrankungen

  • Ausschluss medizinischer Ursachen
  • Symptome sind nicht durch andere psychische Störungen besser erklärbar

F45.2 Hypochondrische Störung

Die hypochondrische Störung ist eine somatoforme Störung, bei der die betroffene Person anhaltend und übermäßig von der Vorstellung geplagt wird, an einer schweren körperlichen Erkrankung zu leiden, obwohl medizinische Untersuchungen keine ausreichende organische Ursache zeigen. Betroffene beschäftigen sich intensiv mit der eigenen Gesundheit, suchen häufig ärztliche Bestätigung und erleben die Sorge um Krankheit als belastend.

Diagnosekriterien der F45.2 Hypochondrische Störung

Die Kriterien zur Diagnose der hypochondrischen Störung dienen dazu, festzulegen, welche Merkmale erfüllt sein müssen, damit die Störung eindeutig erkannt und von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden kann. Sie geben einen Rahmen für die diagnostische Beurteilung und helfen, die Störung systematisch zu klassifizieren. Die wichtigsten Merkmale sind:

🩺 Anhaltende Überzeugung, krank zu sein

  • Starke, übermäßige Sorge um eine schwere Krankheit
  • Körperliche Beschwerden werden überinterpretiert

⏱️ Dauer

  • Beschwerden und Ängste bestehen über Monate oder Jahre
  • Chronischer Verlauf, oft mit wiederholten Arztbesuchen

⚡ Keine bewusste Simulation

  • Krankheit wird nicht absichtlich vorgetäuscht
  • Symptome werden als real erlebt

🧠 Leidensdruck und Beeinträchtigung im Alltag

  • Psychischer Leidensdruck durch ständige Sorgen
  • Einschränkungen sozialer, beruflicher oder familiärer Funktionen

❌ Nicht besser erklärbar durch andere Erkrankungen

  • Ausschluss medizinischer Ursachen
  • Symptome nicht durch andere psychische Störungen besser erklärbar

F45.3- Somatoforme autonome Funktionsstörung

Die somatoforme autonome Funktionsstörung ist eine Form der somatoformen Störung, bei der körperliche Symptome auftreten, die auf die Funktionen des autonomen Nervensystems zurückzuführen sind, ohne dass eine ausreichende organische Ursache gefunden wird. Betroffene erleben Beschwerden wie Herzrasen, Schwindel oder Atemnot als real und belastend. Häufig führen diese Symptome zu wiederholten Arztbesuchen und intensivem Beschäftigen mit der eigenen Gesundheit.

Diagnosekriterien der F45.3 Somatoforme autonome Funktionsstörung

Die Kriterien zur Diagnose der somatoformen autonomen Funktionsstörung dienen dazu, festzulegen, welche Merkmale erfüllt sein müssen, damit die Störung eindeutig erkannt und von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden kann. Sie geben einen Rahmen für die diagnostische Beurteilung und helfen, die Störung systematisch zu klassifizieren. Die wichtigsten Merkmale sind:

🩺 Körperliche Symptome, die auf autonome Funktionen bezogen sind

  • Herz-Kreislauf: Herzrasen, Herzstolpern, Brustschmerzen
  • Gastrointestinal: Übelkeit, Durchfall, Bauchkrämpfe
  • Atemwege: Kurzatmigkeit, Beklemmungsgefühle
  • Häufig zusätzliche vegetative Symptome wie Schweißausbrüche, Zittern oder Hitzewallungen

⏱️ Dauer

  • Symptome bestehen über längere Zeit, oft monatelang oder wiederkehrend

⚡ Keine bewusste Simulation

  • Beschwerden werden nicht absichtlich vorgetäuscht
  • Betroffene erleben die Symptome als real

🧠 Leidensdruck und Einschränkungen im Alltag

  • Psychischer Leidensdruck durch körperliche Beschwerden
  • Einschränkungen sozialer, beruflicher oder familiärer Funktionen

❌ Nicht besser erklärbar durch andere Erkrankungen

  • Ausschluss organischer Ursachen
  • Symptome sind nicht durch andere psychische Störungen besser erklärbar

Subcodes

Für eine präzise Zuordnung und Dokumentation werden die betroffenen Organsysteme über Subcodes differenziert:

Die Subcodes beinhalten:

  • F45.30 – Herz und Kreislaufsystem
  • F45.31 – Oberes Verdauungssystem
  • F45.32 – Unteres Verdauungssystem
  • F45.33 – Atmungssystem
  • F45.34 – Urogenitalsystem
  • F45.37 – Mehrere Organe und Systeme
  • F45.38 – Sonstige Organe und Systeme
  • F45.39 – Nicht näher bezeichnetes Organ oder System

F45.4- Anhaltende Schmerzstörung

Die anhaltende somatoforme Schmerzstörung ist eine Form der somatoformen Störung, bei der über längere Zeit persistierende Schmerzen im Vordergrund stehen, die nicht ausreichend durch eine körperliche Ursache erklärt werden können. Betroffene erleben die Schmerzen als real und belastend, was häufig zu erheblichen Einschränkungen im Alltag, sozialer Isolation und wiederholten Arztbesuchen führt.

Diagnosekriterien der F45.4 Anhaltenden somatoformen Schmerzstörung

Die Kriterien zur Diagnose der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung dienen dazu, festzulegen, welche Merkmale erfüllt sein müssen, damit die Störung eindeutig erkannt und von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden kann. Die wichtigsten Merkmale sind:

🩺 Persistierende Schmerzen

  • Schmerzen bestehen über längere Zeit, oft Monate oder Jahre
  • Nicht ausreichend durch organische Ursachen erklärbar

⏱️ Dauer

  • Chronischer Verlauf, in der Regel über mindestens 6 Monate

⚡ Keine bewusste Simulation

  • Schmerzen werden nicht absichtlich vorgetäuscht
  • Betroffene erleben die Schmerzen als real

🧠 Leidensdruck und Einschränkungen im Alltag

  • Psychisches Leid durch anhaltende Schmerzen
  • Einschränkungen sozialer, beruflicher oder familiärer Funktionen

❌ Nicht besser erklärbar durch andere Erkrankungen

  • Ausschluss medizinischer Ursachen
  • Symptome nicht durch andere psychische Störungen besser erklärbar

Subcodes

Die Diagnose der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung kann je nach Beteiligung körperlicher und psychischer Faktoren differenziert werden. Die Subcodes ermöglichen eine präzisere Zuordnung der Schmerzstörung und erleichtern die klinische Dokumentation sowie die therapeutische Planung.

Die Subcodes beinhalten:

  • F45.40 – Anhaltende somatoforme Schmerzstörung: Schmerzen werden überwiegend körperlich erlebt, psychische Faktoren spielen nur eine geringe Rolle.
  • F45.41 – Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren: Schmerzen entstehen durch eine Kombination aus körperlichen Beschwerden und psychischen Faktoren wie Angst, Depression oder Belastungsreaktionen.

F45.8 Sonstige somatoforme Störungen

Die Kategorie „Sonstige somatoforme Störungen“ wird verwendet, wenn somatoforme Symptome vorliegen, die nicht den spezifischen Unterkategorien wie Somatisierungsstörung, undifferenzierte Somatisierungsstörung oder anhaltende Schmerzstörung zugeordnet werden können. Sie dient als Auffangdiagnose für seltenere oder atypische Erscheinungsformen somatoformer Störungen.

F45.9 Somatoforme Störung, nicht näher bezeichnet

Die Kategorie „Somatoforme Störung, nicht näher bezeichnet“ wird verwendet, wenn somatoforme Symptome vorliegen, die sich eindeutig einer somatoformen Störung zuordnen lassen, jedoch nicht ausreichend Informationen oder Kriterien für eine spezifische Unterkategorie wie F45.0–F45.8 vorliegen. Sie dient als Auffangdiagnose innerhalb der F45-Gruppe.

Weitere ICD-10-Diagnosen

Sie möchten mehr über verwandte psychische Störungen erfahren? Hier finden Sie Informationen zu anderen Kapiteln der ICD-10 – kompakt und verständlich erklärt.

ICD-10 Diagnosen

  • F00-F09 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
  • F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
  • F20- F29 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
  • F30-F39 Affektive Störungen
    F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  • F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
    F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • F70-F79 Intelligenzstörung
  • F80-F89 Entwicklungsstörungen
  • F90-F98 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
  • F99-F99 Nicht näher bezeichnete psychische Störungen

Quellen

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