F-Diagnosen ICD 10F60-F69 → F68. Andere Persönlichkeits- & Verhaltensstörungen

F68.0 Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen

Die Diagnose F68.0 steht für Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen und beschreibt körperliche Beschwerden, die primär durch psychische Konflikte oder Belastungen entstehen, ohne dass eine organische Ursache vorliegt. Sie dient der Klassifikation psychosomatisch bedingter Symptome und unterstützt gezielte therapeutische Maßnahmen.

Info zu der F68.- Andere Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

Die Kategorie F68.- Andere Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen umfasst psychische Störungen, bei denen tiefgreifende, maladaptive Muster von Persönlichkeit oder Verhalten bestehen, die nicht den spezifischen Hauptkategorien wie F60.- (spezifische Persönlichkeitsstörungen), F61 (kombinierte Persönlichkeitsstörungen) oder F62.- (andauernde Persönlichkeitsänderungen) zugeordnet werden können. Diese Störungen sind klinisch bedeutsam und führen zu Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Lebensbereichen.

 

Die Diagnosen werden vergeben, wenn das Verhalten oder die Persönlichkeitsmerkmale auffällig, stabil und klinisch relevant sind, aber nicht den spezifischen Subtypen anderer Klassifikationen entsprechen. Psychische Faktoren stehen bei der Entstehung im Vordergrund, und organische Ursachen müssen ausgeschlossen werden.

Diagnosekriterien F68.-

ICD-10 Code / Störung Typische Merkmale
F68.0 – Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen Physische Beschwerden, die durch psychische Konflikte oder Spannungen verursacht werden, z. B. Schmerz, Müdigkeit oder funktionelle Störungen ohne organische Ursache.
F68.1 – Artifizielle Störung Absichtliches Hervorrufen oder Vortäuschen von Symptomen, um Patientrolle einzunehmen, medizinische Untersuchung oder Behandlung zu erhalten, ohne äußere Vorteile (z. B. finanziell) zu erwarten.
F68.8 – Sonstige näher bezeichnete Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen Andere klinisch relevante Persönlichkeits- oder Verhaltensauffälligkeiten, die nicht unter die vorherigen Codes fallen, individuell variabel.

Codierung der F68.- Andere Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

F68.0 Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen

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F68.1 Artifizielle Störung

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F68.8 Sonstige näher bezeichnete Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

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F68.0 Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen

Die Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen beschreibt körperliche Beschwerden, die eindeutig auf psychische Faktoren zurückzuführen sind, ohne dass eine organische Ursache nachweisbar ist. Betroffene zeigen körperliche Symptome, die durch Stress, Konflikte oder emotionale Belastungen ausgelöst oder verstärkt werden, wobei die Beschwerden klinisch bedeutsam sind und den Alltag erheblich beeinträchtigen.

 

Diagnosekriterien der F68.0 Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen

Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:

 

⚡ Psychisch bedingte körperliche Symptome

  • körperliche Beschwerden, die primär durch psychische Faktoren ausgelöst oder verschlimmert werden
  • keine organische Ursache, die die Symptome vollständig erklärt

🧠 Klinisch relevante Beeinträchtigung

  • die Symptome führen zu erheblichem Leidensdruck oder Einschränkungen im Alltag
  • Beeinträchtigung sozialer, beruflicher oder anderer wichtiger Lebensbereiche

❌ Ausschluss organischer Erkrankungen

  • medizinische Ursachen wurden untersucht und können die Symptome nicht erklären

🔄 Zusammenhang mit psychischen Faktoren

  • die Beschwerden treten typischerweise nach Stress, Konflikten oder emotionaler Belastung auf
  • psychische Mechanismen sind nach ICD-10 als ursächlich anzusehen

 

Typische Erscheinungsbilder / Beispiele

  • psychisch bedingte Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder Herzrasen ohne organische Ursache
  • Verstärkung von Schmerzen oder Funktionsstörungen in Stresssituationen
  • körperliche Symptome führen zu Arztbesuchen und Beeinträchtigung der Lebensführung

 

Codierung und Besonderheiten

  • F68.0 ist eine spezifische Unterkategorie der Störungen der Selbstwahrnehmung und somatoformen Erscheinungsformen (F68.-)
  • Abgrenzung zu somatoformen Störungen (F45.-) ist wichtig: hier stehen primär körperliche Symptome im Vordergrund, die psychisch beeinflusst werden
  • Therapie: psychotherapeutische Intervention, Stressbewältigung, ggf. begleitende medizinische Betreuung

F68.1 Artifizielle Störung [absichtliches Erzeugen oder Vortäuschen von körperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen]

Die artifizielle Störung beschreibt das absichtliche Erzeugen oder Vortäuschen von körperlichen oder psychischen Symptomen oder Behinderungen, ohne dass ein äußeres materielles oder finanzielles Motiv vorliegt. Betroffene handeln bewusst, um im medizinischen oder sozialen Kontext Aufmerksamkeit, Fürsorge oder Betreuung zu erhalten. Die Störung ist durch das gezielte Herbeiführen oder Übertreiben von Symptomen gekennzeichnet und nicht durch primäre psychische oder körperliche Erkrankungen erklärbar.

 

Diagnosekriterien der F68.1 Artifizielle Störung

Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:

 

⚡ Absichtliches Erzeugen oder Vortäuschen von Symptomen

  • bewusstes Herbeiführen von körperlichen oder psychischen Beschwerden
  • Symptome können realistisch oder übertrieben dargestellt werden

🧠 Zielgerichtetes Verhalten

  • Hauptmotivation: Aufmerksamkeit, Fürsorge oder medizinische Betreuung
  • kein eindeutiges äußeres materielles oder finanzielles Motiv

❌ Ausschluss anderer Ursachen

  • Symptome sind nicht durch organische Erkrankungen oder andere psychische Störungen erklärbar

🔄 Wiederholtes Muster

  • das Verhalten tritt über längere Zeit oder wiederholt auf
  • häufige Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte ohne medizinisch erklärbare Ursache

 

Typische Erscheinungsbilder / Beispiele

  • Vortäuschen von Schmerzen, Schwäche oder Fieber zur Erlangung von Fürsorge
  • Simulation von psychischen Störungen wie Depression oder Angst
  • Manipulation medizinischer Tests oder Befunde, um Symptome zu „belegen“

 

Codierung und Besonderheiten

  • F68.1 gehört zu den Störungen der Selbstwahrnehmung und somatoformen Erscheinungsformen (F68.-)
  • Abgrenzung zu Simulation mit klar erkennbaren äußeren Motiven (z. B. finanziellen Gewinn) erforderlich
  • Therapie: psychotherapeutische Intervention, Verhaltenstherapie, Aufklärung über Krankheitsbewusstsein und Motivation

F68.8 Sonstige näher bezeichnete Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

Die sonstigen näher bezeichneten Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen umfassen tiefergehende, anhaltende Abweichungen im Verhalten oder in der Persönlichkeit, die nicht in die Hauptkategorien der Persönlichkeits- oder Verhaltensstörungen (F60.-, F61, F62.-, F69) passen, jedoch klinisch bedeutsam sind. Betroffene zeigen stabile, maladaptive Muster, die soziale, berufliche oder andere Lebensbereiche beeinträchtigen und einer gezielten Diagnose zugänglich sind.

 

Diagnosekriterien der F68.8 Sonstige näher bezeichnete Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:

 

🧩 Deutliche, anhaltende Persönlichkeits- oder Verhaltensauffälligkeiten

  • dauerhafte, maladaptive Verhaltens- oder Erlebensmuster
  • stabile Abweichung von üblichen sozialen oder persönlichen Normen

⚡ Beeinträchtigung wichtiger Lebensbereiche

  • erhebliche Einschränkungen in sozialen, beruflichen oder familiären Bereichen
  • anhaltende Konflikte oder maladaptive Interaktionsmuster

❌ Ausschluss bekannter Hauptkategorien

  • die Störung lässt sich nicht eindeutig den Hauptkategorien der Persönlichkeits- oder Verhaltensstörungen zuordnen
  • Abgrenzung zu F60.-, F61, F62.- und F69 ist erforderlich

🔄 Klinisch relevante Dauer

  • die Auffälligkeiten bestehen über Monate bis Jahre und zeigen Stabilität

 

Typische Erscheinungsbilder / Beispiele

  • anhaltende, maladaptive Persönlichkeitszüge, die nicht den klassischen Subtypen entsprechen
  • Verhaltensmuster, die soziale Isolation, Konflikte oder berufliche Probleme verursachen
  • persistente emotionale Dysregulation oder untypische Interaktionsprobleme

 

Codierung und Besonderheiten

  • F68.8 dient als gezielte Auffangdiagnose innerhalb der Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • Abgrenzung zu F68.0, F68.1 und F69 ist notwendig
  • Therapie: individuell angepasst, meist Psychotherapie, soziale Unterstützung und Förderung funktionaler Anpassung

Weitere ICD-10-Diagnosen

Sie möchten mehr über verwandte psychische Störungen erfahren? Hier finden Sie Informationen zu anderen Kapiteln der ICD-10 – kompakt und verständlich erklärt.

ICD-10 Diagnosen

  • F00-F09 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
  • F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
  • F20- F29 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
  • F30-F39 Affektive Störungen
    F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  • F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
    F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • F70-F79 Intelligenzstörung
  • F80-F89 Entwicklungsstörungen
  • F90-F98 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
  • F99-F99 Nicht näher bezeichnete psychische Störungen

Quellen

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