F-Diagnosen ICD 10F50-F59 → F53.- Psychische oder Verhaltensstörungen im Wochenbett

F53.- Psychische oder Verhaltensstörungen im Wochenbett, anderenorts nicht klassifiziert

Die Diagnose F53.- steht für psychische oder Verhaltensstörungen im Wochenbett, die nicht anderweitig klassifiziert sind. Sie beschreibt seelische Belastungen oder Störungen nach der Geburt, wie depressive oder angsthafte Symptome, und dient der gezielten Erkennung und Behandlung im postnatalen Zeitraum.

Info zu der F53.- Psychische oder Verhaltensstörungen im Wochenbett

Hier sind nur psychische Störungen im Zusammenhang mit dem Wochenbett zu klassifizieren (Beginn innerhalb von sechs Wochen nach der Geburt), die nicht die Kriterien für anderenorts im Kapitel V (F) klassifizierte Störungen erfüllen. Hier wird verschlüsselt, entweder weil nur ungenügende Informationen verfügbar sind, oder weil man annimmt, dass spezielle zusätzliche klinische Aspekte vorliegen, die ihre Klassifikation an anderer Stelle unangemessen erscheinen lassen.

Diagnosekriterien F53.- Psychische oder Verhaltensstörungen im Wochenbett

Kriterien / Symptome F53.0
Leichte psychische Störungen im Wochenbett
F53.1
Schwere psychische Störungen im Wochenbett
F53.8
Sonstige psychische Störungen im Wochenbett
F53.9
Nicht näher bezeichnet
Symptome Leichte depressive Verstimmung, Reizbarkeit, Ängstlichkeit, emotionale Labilität, kurzfristig auftretend. Schwere depressive, manische oder psychotische Symptome, z. B. Wahnvorstellungen, Halluzinationen, starke Verwirrtheit, ausgeprägte Angst oder Agitation. Andere psychische Störungen im Wochenbett, die nicht unter F53.0 oder F53.1 fallen. Unklar / nicht näher bezeichnet.
Dauer Meist wenige Tage bis Wochen Variabel, oft Wochen bis Monate Variabel Unklar
Ausschlusskriterien Andere psychiatrische oder organische Erkrankungen ausgeschlossen Wie F53.0 Andere Ursachen ausgeschlossen Unklar

Codierung der F53.- Psychische oder Verhaltensstörungen im Wochenbett

F53.0 Leichte psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett

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F53.1 Schwere psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett

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F53.8 Sonstige psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett

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F53.9 Psychische Störung im Wochenbett, nicht näher bezeichnet

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F53.0 Leichte psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett, anderenorts nicht klassifiziert

Leichte psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett treten typischerweise innerhalb der ersten Wochen nach der Geburt auf und äußern sich durch vorübergehende Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Ängstlichkeit oder Schlafstörungen. Diese Störungen sind mild, dauern meist nur wenige Tage und beeinträchtigen die Betroffene oder das Kind nicht gravierend. Organische Ursachen wie neurologische Erkrankungen oder Infektionen liegen nicht vor, und die Störungen sind nicht anderswo klassifiziert.

 

Diagnosekriterien der F53.0 Leichte psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett

Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:

 

🌸 Stimmungsschwankungen

  • leichte depressive Verstimmungen, Reizbarkeit, Ängstlichkeit oder emotionale Labilität
  • typischerweise innerhalb der ersten 1–2 Wochen nach der Geburt

🧠 Psychische Ursache

  • keine organische Erkrankung oder neurologische Störung
  • nicht durch andere psychische Störungen erklärt

⏱️ Kurzzeitiger Verlauf

  • meist nur wenige Tage bis maximal zwei Wochen
  • Spontanrückbildung häufig ohne medikamentöse Therapie

📊 Geringe Beeinträchtigung

  • Belastung vorhanden, aber für Mutter oder Kind nicht gravierend
  • keine ernsthafte Gefährdung der Mutter-Kind-Interaktion

 

Typische Erscheinungsbilder / Beispiele

  • Plötzliche Traurigkeit, Weinen ohne erkennbaren Grund
  • Reizbarkeit gegenüber Partner oder Angehörigen
  • leichte Schlafstörungen oder Konzentrationsprobleme

 

Codierung und Besonderheiten

  • F53.0 gehört zu den psychischen und Verhaltensstörungen im Wochenbett (F53.-)
  • Abgrenzung zu F53.1 (schwere psychische Störungen im Wochenbett) ist wichtig
  • Therapie meist nicht notwendig, unterstützend: psychosoziale Betreuung, Ruhe, Schlafhygiene, emotionale Unterstützung

F53.1 Schwere psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett, anderenorts nicht klassifiziert

Schwere psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett treten typischerweise innerhalb der ersten Wochen nach der Geburt auf und sind deutlich intensiver als die leichten Wochenbettstörungen (F53.0). Sie können schwere depressive, manische oder psychotische Symptome umfassen und beeinträchtigen die Mutter erheblich in ihrer Fähigkeit, für sich selbst oder das Kind zu sorgen. Organische Ursachen wie neurologische Erkrankungen oder Infektionen müssen ausgeschlossen werden.

 

Diagnosekriterien der F53.1 Schwere psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett

Die Kriterien zur Diagnose beinhalten:

 

❌ Schwere psychische Symptome

  • starke depressive oder manische Stimmung
  • psychotische Symptome möglich: Wahnideen, Halluzinationen
  • deutliche Angst oder Verwirrtheit

🧠 Psychische Ursache

  • keine organische Erkrankung oder neurologische Störung
  • nicht durch andere psychische Störungen erklärt

📊 Klinisch relevante Beeinträchtigung

  • erhebliche Einschränkung der Fähigkeit, für sich selbst oder das Kind zu sorgen
  • hohes Risiko für Mutter oder Kind bei Nichtbehandlung

⏱️ Auftreten im Wochenbett

  • typischerweise innerhalb der ersten Wochen nach Geburt

 

Typische Erscheinungsbilder / Beispiele

  • Postpartale Psychosen mit Wahnideen oder Halluzinationen
  • starke depressive Episoden mit ausgeprägter Antriebsarmut oder Suizidgedanken
  • manische Episoden mit Schlaflosigkeit, gesteigerter Aktivität und Reizbarkeit

 

Codierung und Besonderheiten

  • F53.1 gehört zu den psychischen und Verhaltensstörungen im Wochenbett (F53.-)
  • Abgrenzung zu F53.0 (leichte Wochenbettstörungen) ist entscheidend
  • Therapie: psychiatrische Behandlung dringend erforderlich, ggf. medikamentös, psychotherapeutisch und psychosozial unterstützt

F53.8 Sonstige psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett, anderenorts nicht klassifiziert

Sonstige psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett umfassen psychische Auffälligkeiten nach der Geburt, die nicht klar den Kategorien F53.0 (leichte Störungen) oder F53.1 (schwere Störungen) zugeordnet werden können. Diese Störungen können vorübergehend oder länger anhaltend sein und äußern sich z. B. durch Stimmungsschwankungen, Ängste oder Anpassungsprobleme, die für die Mutter oder das Kind belastend sind, aber nicht die Kriterien der leichten oder schweren Wochenbettstörungen erfüllen.

F53.9 Psychische Störung im Wochenbett, nicht näher bezeichnet

Nicht näher bezeichnete psychische Störung im Wochenbett umfasst psychische Auffälligkeiten nach der Geburt, die nicht klar den Unterkategorien F53.0 (leichte Störungen), F53.1 (schwere Störungen) oder F53.8 (sonstige Störungen) zugeordnet werden können. Diese Störungen sind psychisch bedingt, beeinträchtigen die Mutter oder die Mutter-Kind-Interaktion und organische Ursachen müssen ausgeschlossen werden.

Weitere ICD-10-Diagnosen

Sie möchten mehr über verwandte psychische Störungen erfahren? Hier finden Sie Informationen zu anderen Kapiteln der ICD-10 – kompakt und verständlich erklärt.

ICD-10 Diagnosen

  • F00-F09 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
  • F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
  • F20- F29 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
  • F30-F39 Affektive Störungen
    F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  • F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
    F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • F70-F79 Intelligenzstörung
  • F80-F89 Entwicklungsstörungen
  • F90-F98 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
  • F99-F99 Nicht näher bezeichnete psychische Störungen

Quellen

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