F-Diagnosen ICD 10F40-F48 → F48. Andere neurotische Störungen

F48.- Andere neurotische Störungen

Die Diagnose F48.- steht für andere neurotische Störungen und umfasst psychische Erkrankungen, die durch anhaltende Ängste, Spannungen oder Zwangsphänomene gekennzeichnet sind, aber nicht unter die spezifischen Kategorien wie Angst- oder Zwangsstörungen fallen. Sie dient der präzisen Klassifikation und Behandlung dieser sonst nicht näher bezeichneten neurotischen Symptome.

Info zu der F48.- Andere neurotische Störungen

Die F48-Gruppe umfasst neurotische Störungen, bei denen anhaltende psychische Spannungszustände, Ängste, körperliche Beschwerden oder andere stressbezogene Symptome im Vordergrund stehen, ohne dass organische Ursachen vorliegen. Typische Symptome können Müdigkeit, Erschöpfung, körperliche Beschwerden, Reizbarkeit oder Depersonalisation/Derealisation sein.

Die Störungen führen häufig zu Leidensdruck und Einschränkungen im Alltag und können sowohl das soziale als auch berufliche Leben beeinträchtigen. Die F48-Klassifikation ermöglicht eine systematische Differenzierung zwischen spezifischen Unterkategorien (z. B. Neurasthenie, Depersonalisation/Derealisation) und anderen, weniger klar definierten neurotischen Erscheinungsformen.

Diagnosekriterien F48.- Andere neurotische Störungen

Kriterien / Symptome F48.0
Neurasthenie
F48.1
Depersonalisations- & Derealisationssyndrom
F48.8
Sonstige neurotische Störungen
F48.9
Nicht näher bezeichnet
Hauptsymptome
• Anhaltende körperliche und psychische Erschöpfung
• Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit
• Leichte depressive Verstimmung oder Angstgefühle
• Gefühl der Entfremdung oder Realitätsverlust (bei Depersonalisation/Derealisierung)
Ermüdbarkeit, Schwäche, körperliche Beschwerden bei normaler Belastung Gefühl der eigenen Entfremdung, Umgebung erscheint unwirklich Variabel, atypische neurotische Symptome Unklar / nicht näher bezeichnet
Nebensymptome
• Reizbarkeit, Schlafstörungen
• Konzentrationsprobleme
• Vegetative Begleitsymptome (Herzklopfen, Schwitzen)
• Angstgefühle, Sorgen
Leistungsabfall, Erschöpfung, Schlafprobleme Angst, Depersonalisation während Stresssituationen Variabel je nach Form Unklar
Dauer Wochen bis Monate, oft chronisch Variabel, meist Wochen bis Monate Variabel Unklar
Ausschlusskriterien Andere psychische oder körperliche Störungen müssen ausgeschlossen werden Wie F48.0 Andere Ursachen ausgeschlossen Unklar

Codierung der F48.- Andere neurotische Störungen

F48.0 Neurasthenie

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F48.1 Depersonalisations- und Derealisationssyndrom

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F48.8 Sonstige neurotische Störungen

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F48.9 Neurotische Störung, nicht näher bezeichnet

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F48.0 Neurasthenie

Die Neurasthenie ist eine psychische Störung, die durch anhaltende Ermüdung, verminderte Belastbarkeit und psychische Erschöpfung gekennzeichnet ist. Betroffene erleben häufig körperliche und geistige Ermüdung, Konzentrationsschwierigkeiten sowie Reizbarkeit, die nicht auf eine organische Ursache zurückzuführen sind. Die Störung kann den Alltag erheblich beeinträchtigen und führt oft zu eingeschränkter Leistungsfähigkeit in Beruf und sozialen Beziehungen.

Diagnosekriterien der F48.0 Neurasthenie

Die Kriterien zur Diagnose der Neurasthenie dienen dazu, festzulegen, welche Merkmale erfüllt sein müssen, damit die Störung eindeutig erkannt und von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden kann. Die wichtigsten Merkmale sind:

🧠 Anhaltende Müdigkeit oder Erschöpfung

  • Körperliche oder geistige Ermüdung nach minimaler Anstrengung
  • Symptome bestehen über längere Zeit, meist mehrere Monate

⚡ Verminderte Belastbarkeit

  • Schwierigkeiten, geistige oder körperliche Anforderungen zu bewältigen
  • Betroffene fühlen sich schnell überfordert

🧩 Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen

  • Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren oder Informationen zu behalten

😰 Psychische Begleiterscheinungen

  • Reizbarkeit, emotionale Labilität oder depressive Verstimmungen
  • Körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Muskelverspannungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden können vorhanden sein

❌ Nicht besser erklärbar durch andere Erkrankungen

  • Ausschluss organischer Ursachen, z. B. Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Anämie
  • Symptome sind nicht durch andere psychische Störungen besser erklärbar

F48.1 Depersonalisations- und Derealisationssyndrom

Das Depersonalisations- und Derealisationssyndrom ist eine psychische Störung, bei der Betroffene anhaltende oder wiederkehrende Erlebnisse der Entfremdung von sich selbst (Depersonalisation) oder der Umgebung (Derealisation) haben. Diese Wahrnehmungen werden als real erlebt, die Person bleibt jedoch in der Realität orientiert. Die Störung kann ängstigend und belastend sein, führt aber in der Regel nicht zu einen Verlust des Realitätsbezugs wie bei Psychosen.

Diagnosekriterien der F48.1 Depersonalisations- und Derealisationssyndrom

Die Kriterien zur Diagnose des Depersonalisations- und Derealisationssyndroms dienen dazu, festzulegen, welche Merkmale erfüllt sein müssen, damit die Störung eindeutig erkannt und von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden kann. Die wichtigsten Merkmale sind:

🧠 Depersonalisation

  • Erfahrungen von Entfremdung oder Losgelöstsein vom eigenen Ich
  • Körper, Gedanken oder Gefühle wirken fremd oder unwirklich

🌐 Derealisation

  • Wahrnehmung der Umwelt als unwirklich, traumhaft oder verzerrt
  • Gegenstände, Personen oder Räume wirken fremd oder verändert

⚡ Erhalt der Realitätsorientierung

  • Betroffene erkennen, dass die Wahrnehmungen subjektiv sind
  • Kein Verlust des Realitätsbezugs

😰 Leidensdruck

  • Symptome sind belastend und beeinträchtigen das Wohlbefinden
  • Häufig Begleitangst oder depressive Verstimmungen

❌ Nicht besser erklärbar durch andere Erkrankungen

  • Ausschluss neurologischer Störungen, Substanzintoxikationen oder Psychosen

F48.8 Sonstige neurotische Störungen

Die Kategorie „Sonstige neurotische Störungen“ wird verwendet, wenn neurotische Symptome vorliegen, die nicht ausreichend den spezifischen Unterkategorien wie Neurasthenie (F48.0) oder Depersonalisations- und Derealisationssyndrom (F48.1) zugeordnet werden können. Sie dient als Auffangdiagnose für seltenere oder atypische neurotische Störungen, die dennoch klinisch relevant sind.

F48.9 Neurotische Störung, nicht näher bezeichnet

Die Kategorie „Neurotische Störung, nicht näher bezeichnet“ wird verwendet, wenn neurotische Symptome vorliegen, die eindeutig einer neurotischen Störung zugeordnet werden können, jedoch nicht ausreichend Informationen oder Kriterien für eine spezifische Unterkategorie wie F48.0–F48.8 vorliegen. Sie dient als Auffangdiagnose innerhalb der F48-Gruppe.

Weitere ICD-10-Diagnosen

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ICD-10 Diagnosen

  • F00-F09 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
  • F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
  • F20- F29 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
  • F30-F39 Affektive Störungen
    F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  • F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
    F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • F70-F79 Intelligenzstörung
  • F80-F89 Entwicklungsstörungen
  • F90-F98 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
  • F99-F99 Nicht näher bezeichnete psychische Störungen

Quellen

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