F-Diagnosen ICD 10F40-F48 → F44. Dissoziative Störungen [Konversionsstörungen]

F44.- Dissoziative Störungen [Konversionsstörungen]

Die Diagnose F44.- bezeichnet dissoziative Störungen (auch Konversionsstörungen), bei denen psychische Konflikte oder Belastungen sich in körperlichen Symptomen äußern, ohne dass eine organische Ursache vorliegt. Sie dient der Klassifikation von Funktionsstörungen, die psychisch bedingt, aber körperlich manifest sind.

Info zu der F44.- Dissoziative Störungen [Konversionsstörungen]

Das allgemeine Kennzeichen der dissoziativen oder Konversionsstörungen besteht in teilweisem oder völligem Verlust der normalen Integration der Erinnerung an die Vergangenheit, des Identitätsbewusstseins, der Wahrnehmung unmittelbarer Empfindungen sowie der Kontrolle von Körperbewegungen. Alle dissoziativen Störungen neigen nach einigen Wochen oder Monaten zur Remission, besonders wenn der Beginn mit einem traumatisierenden Lebensereignis verbunden ist. Eher chronische Störungen, besonders Lähmungen und Gefühlsstörungen, entwickeln sich, wenn der Beginn mit unlösbaren Problemen oder interpersonalen Schwierigkeiten verbunden ist. Diese Störungen wurden früher als verschiedene Formen der „Konversionsneurose oder Hysterie“ klassifiziert. Sie werden als ursächlich psychogen angesehen, in enger zeitlicher Verbindung mit traumatisierenden Ereignissen, unlösbaren oder unerträglichen Konflikten oder gestörten Beziehungen. Die Symptome verkörpern häufig das Konzept der betroffenen Person, wie sich eine körperliche Krankheit manifestieren müsste. Körperliche Untersuchung und Befragungen geben keinen Hinweis auf eine bekannte somatische oder neurologische Krankheit. Zusätzlich ist der Funktionsverlust offensichtlich Ausdruck emotionaler Konflikte oder Bedürfnisse. Die Symptome können sich in enger Beziehung zu psychischer Belastung entwickeln und erscheinen oft plötzlich. Nur Störungen der körperlichen Funktionen, die normalerweise unter willentlicher Kontrolle stehen, und Verlust der sinnlichen Wahrnehmung sind hier eingeschlossen. Störungen mit Schmerz und anderen komplexen körperlichen Empfindungen, die durch das vegetative Nervensystem vermittelt werden, sind unter Somatisierungsstörungen (F45.0) zu klassifizieren. Die Möglichkeit eines späteren Auftretens ernsthafter körperlicher oder psychiatrischer Störungen muss immer mitbedacht werden.

Diagnosekriterien der F44.- Dissoziative Störungen [Konversionsstörungen]

Kriterien / Symptome F44.0
Dissoziative Amnesie
F44.1
Dissoziative Fugue
F44.2
Dissoziativer Stupor
F44.3
Trance- & Besessenheitszustände
F44.4
Dissoziative Bewegungsstörungen
F44.5
Dissoziative Krampfanfälle
F44.6
Dissoziative Sensibilitäts- & Empfindungsstörungen
F44.7
Gemischte dissoziative Störungen
F44.8
Sonstige dissoziative Störungen
F44.9
Nicht näher bezeichnet
Hauptsymptome
• Verlust oder Beeinträchtigung von normalen Funktionen des Bewusstseins, Gedächtnis, Identität oder der Wahrnehmung der Umwelt
• Symptome treten nicht willkürlich auf und stehen nicht in Zusammenhang mit organischen Störungen
Selektive Amnesie für wichtige persönliche Ereignisse Plötzliche, unerwartete Ortsveränderung mit Amnesie Starke Bewegungs- oder Reaktionshemmung; scheinbare Bewusstlosigkeit Vorübergehender Trancezustand, Gefühl der Besessenheit oder Fremdsteuerung Beeinträchtigung oder Ausfall bestimmter Bewegungen ohne neurologische Ursache Anfälle, die wie Epilepsie wirken, aber ohne organische Grundlage Verlust oder Veränderung von Sinneswahrnehmungen (z. B. Taubheit, Blindheit, Anästhesien) Mehrere dissoziative Symptome kombiniert Andere, nicht klar klassifizierbare dissoziative Symptome Unklar / nicht näher beschrieben
Nebensymptome
• Angst, Unruhe, Verwirrtheit
• Depressive Verstimmungen
• Vegetative Symptome (Herzklopfen, Schwitzen)
• Alltagsbeeinträchtigung
Verwirrung über eigene Identität oder Ereignisse Orientierungsverlust, Ängste während der Fugue Passivität, verlangsamte Reaktionen Starke emotionale Reaktionen oder Kontrollverlust Unsicherer Gang, Zittern, Fehlbewegungen Angst, Verwirrung, Müdigkeit nach Anfall Beeinträchtigung des Tast-, Schmerz- oder Temperaturempfindens Kombination aus mehreren Symptomen Variabel, abhängig von der Form Unklar
Dauer Stunden bis Tage Stunden bis Tage Stunden bis Tage Kurzfristig, variabel Variabel, oft Tage bis Wochen Variabel, meist kurzzeitig Variabel Variabel Variabel Unklar
Ausschlusskriterien Organische Ursachen oder andere psychische Störungen müssen ausgeschlossen werden Wie F44.0 Wie F44.0 Wie F44.0 Wie F44.0 Wie F44.0 Wie F44.0 Wie F44.0 Wie F44.0 Unklar

Codierung der F44.- Dissoziative Störungen [Konversionsstörungen]

F44.0 Dissoziative Amnesie

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F44.1 Dissoziative Fugue

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F44.2 Dissoziativer Stupor

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F44.3 Trance- und Besessenheitszustände

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F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen

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F44.5 Dissoziative Krampfanfälle

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F44.6 Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen

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F44.7 Dissoziative Störungen [Konversionsstörungen], gemischt

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F44.8- Sonstige dissoziative Störungen [Konversionsstörungen]

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F44.9 Dissoziative Störung [Konversionsstörung], nicht näher bezeichnet

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F44.0 Dissoziative Amnesie

Dissoziative Amnesie ist eine Form der dissoziativen Störung, bei der wichtige persönliche Erinnerungen plötzlich oder vorübergehend verloren gehen, ohne dass eine organische Ursache oder neurologische Erkrankung vorliegt. Die Störung tritt häufig nach traumatischen oder belastenden Ereignissen auf und ist durch die Unfähigkeit gekennzeichnet, sich an persönliche Informationen oder Lebensereignisse zu erinnern, die normalerweise gespeichert sind. Betroffene erkennen in der Regel, dass die Erinnerungslücken bestehen, können diese aber nicht willentlich kontrollieren.

Diagnosekriterien der F44.0 Dissoziative Amnesie

Die Störung zeigt sich durch selektiven oder totalen Gedächtnisverlust und ist nicht durch neurologische Erkrankungen erklärbar. Die Kernmerkmale sind Folgende:

🧠 Verlust von Erinnerungen an persönliche Informationen

  • Erinnerungen an wichtige Lebensereignisse oder persönliche Daten fehlen
  • Typischerweise traumatisch oder belastend konnotierte Ereignisse

⏱️ Plötzliches oder schubhaftes Auftreten

  • Amnesie tritt abrupt auf, meist nach einem psychischen Stressor

❌ Keine organische Ursache

  • Ausschluss neurologischer Erkrankungen, Verletzungen oder Substanzwirkungen

⚡ Unwillkürliche Entstehung

  • Betroffene können die Erinnerungslücken nicht bewusst steuern

🔄 Variabler Verlauf

  • Episodisch oder vorübergehend
  • In manchen Fällen Rückkehr der Erinnerungen nach Wochen oder Monaten

 

Typische Erscheinungsbilder / Beispiele

  • Verlust der Erinnerung an bestimmte traumatische Ereignisse
  • Teilweise Amnesie, bei der nur bestimmte Aspekte des Ereignisses vergessen werden
  • Vollständige Amnesie für längere Lebensabschnitte möglich

 

Codierung und Besonderheiten

  • F44.0 ist eine Unterkategorie der dissoziativen Störungen (F44.-) und wird vergeben, wenn der Gedächtnisverlust klar psychisch bedingt ist und keine neurologische Erklärung vorliegt.
  • Die Störung kann isoliert auftreten oder zusammen mit anderen dissoziativen Störungen wie Fugue (F44.1) oder dissoziativen Bewegungsstörungen (F44.2) bestehen.

F44.1 Dissoziative Fugue

Die dissoziative Fugue ist eine Form der dissoziativen Störung, bei der die betroffene Person plötzlich und unerwartet ihre gewohnte Umgebung verlässt und die Erinnerung an die eigene Identität oder wichtige persönliche Informationen verliert. Diese Störung tritt häufig nach extremen psychischen Belastungen oder traumatischen Ereignissen auf. Während einer Fugue kann die Person vorübergehend eine neue Identität annehmen oder ziellos umherreisen, ohne sich bewusst für diese Handlung zu entscheiden.

 

Diagnosekriterien der F44.1 Dissoziative Fugue

Die Fugue zeichnet sich durch plötzliche Ortsveränderungen und Amnesie aus, ohne dass organische Ursachen bestehen. Die Kernmerkmale sind Folgende:

 

🏃 Plötzliche Abwesenheit von Zuhause oder gewohnter Umgebung

  • Unerwartetes Verlassen des Wohnorts oder Arbeitsplatzes
  • Teilweise oder vollständige Flucht vor bisherigen Lebensumständen

🧠 Amnesie für die eigene Identität oder wichtige persönliche Informationen

  • Betroffene können sich nicht erinnern, wer sie sind oder woher sie kommen
  • Die Erinnerung an frühere Lebensereignisse ist oft teilweise oder vollständig verloren

❌ Keine organische Ursache

  • Ausschluss neurologischer Erkrankungen, Verletzungen oder Substanzwirkung

⚡ Unwillkürliche Entstehung

  • Fugue geschieht ohne bewusste Planung oder Kontrolle

🔄 Variabler Verlauf

  • Dauer: Stunden bis mehrere Tage
  • Rückkehr der Erinnerung kann abrupt erfolgen, oft ohne Erinnerung an die Fugue-Zeit

 

Typische Erscheinungsbilder / Beispiele

  • Zielloses oder planvolles Umherreisen
  • Annehmen einer neuen Identität für die Dauer der Fugue
  • Nach Rückkehr meist Verwirrung und Orientierungslosigkeit
  • Häufig Begleiterscheinungen: Angst, depressive Symptome oder andere dissoziative Störungen

 

Codierung und Besonderheiten

  • F44.1 ist eine Unterkategorie der dissoziativen Störungen (F44.-)
  • Sie wird vergeben, wenn die Fugue klar psychisch bedingt ist und keine neurologische Erklärung vorliegt
  • Die Fugue kann isoliert auftreten oder zusammen mit dissoziativer Amnesie (F44.0) oder anderen dissoziativen Symptomen bestehen

F44.2 Dissoziativer Stupor

Der dissoziative Stupor ist eine Form der dissoziativen Störung, bei der die betroffene Person plötzlich auf Reize nicht mehr reagiert und Bewegungen stark eingeschränkt oder vollständig eingestellt werden, ohne dass eine organische Ursache vorliegt. Diese Störung tritt häufig nach psychischen Belastungen oder traumatischen Ereignissen auf und kann sowohl körperliche als auch psychische Funktionen betreffen.

 

Diagnosekriterien der F44.2 Dissoziativer Stupor

Die Störung zeigt sich durch einen plötzlichen, vorübergehenden Funktionsverlust, der nicht willentlich gesteuert wird. Die Kernmerkmale nach ICD-10 sind:

🛑 Reduzierte oder fehlende Bewegungsfähigkeit

  • Betroffene sind bewegungslos oder zeigen stark eingeschränkte motorische Aktivität
  • Haltung kann starr oder ungewöhnlich sein

🧠 Verminderte Reaktion auf Umweltreize

  • Kaum oder keine Reaktion auf Ansprache oder Berührung
  • Augenbewegungen und Mimik stark reduziert

❌ Keine organische Ursache

  • Ausschluss neurologischer Erkrankungen oder medikamentöser Effekte

⚡ Unwillkürliche Entstehung

  • Stupor tritt ohne bewusste Kontrolle auf
  • Betroffene erleben die Symptomatik als unwillkürlich

🔄 Variabler Verlauf

  • Dauer: Stunden bis mehrere Tage
  • Rückkehr der normalen Aktivität erfolgt meist abrupt und vollständig

 

Typische Erscheinungsbilder / Beispiele

  • Plötzliche Bewegungsunfähigkeit, oft als Reaktion auf extreme Belastung
  • Eingeschränkte Sprach- oder Kommunikationsfähigkeit
  • Vegetative Symptome wie verlangsamte Atmung oder Herzfrequenz möglich
  • Nach Abklingen häufig Verwirrtheit oder emotionale Erschöpfung

 

Codierung und Besonderheiten

  • F44.2 ist eine Unterkategorie der dissoziativen Störungen (F44.-)
  • Sie wird vergeben, wenn der Stupor klar psychisch bedingt ist und keine neurologische Ursache vorliegt
  • Kann isoliert auftreten oder zusammen mit anderen dissoziativen Symptomen wie Amnesie (F44.0) oder Fugue (F44.1) bestehen

F44.3 Trance- und Besessenheitszustände

Trance- und Besessenheitszustände sind Formen der dissoziativen Störung, bei denen die betroffene Person vorübergehend das normale Bewusstsein oder die Kontrolle über das eigene Verhalten verliert. Während solcher Zustände können Handlungen oder Bewegungen automatisch ablaufen, als wäre die Person „von außen gesteuert“. Diese Störungen treten häufig nach psychischen Belastungen, Stress oder kulturell geprägten Ritualen auf und sind nicht organisch bedingt.

 

Diagnosekriterien der F44.3 Trance- und Besessenheitszustände

Die Störung zeigt sich durch vorübergehende Bewusstseinsveränderungen und Fremdsteuerung von Handlungen, ohne neurologische Ursachen. Die Kernmerkmale im ICD sind:

🌀 Veränderung des Bewusstseins

  • Verlust des normalen Ich-Bewusstseins
  • Gefühl, „getrennt“ von sich selbst zu sein oder die Kontrolle abzugeben

🤯 Automatisches Verhalten

  • Handlungen oder Bewegungen erscheinen unwillkürlich
  • Betroffene handeln scheinbar fremdgesteuert

❌ Keine organische Ursache

  • Ausschluss neurologischer Erkrankungen, Epilepsie oder Substanzwirkung

⚡ Unwillkürliche Entstehung

  • Zustände treten spontan auf, meist als Reaktion auf psychischen Stress
  • Betroffene erleben die Symptome als unkontrollierbar

🔄 Variabler Verlauf

  • Dauer: Sekunden bis Stunden
  • Meist vorübergehend, vollständige Rückkehr des normalen Bewusstseins nach Abklingen

 

Typische Erscheinungsbilder / Beispiele

  • Plötzliche Trancezustände mit eingeschränkter Reaktionsfähigkeit
  • Besessenheitsähnliche Zustände, bei denen die Person „von einer fremden Macht gelenkt“ wirkt
  • Unwillkürliche Bewegungen, Gesten oder verbale Äußerungen
  • Nach Abklingen oft Erinnerungsverlust oder Verwirrung

 

Codierung und Besonderheiten

  • F44.3 ist eine Unterkategorie der dissoziativen Störungen (F44.-)
  • Sie wird vergeben, wenn Trance- oder Besessenheitszustände klar psychisch bedingt sind und keine neurologische Ursache vorliegt
  • Kann isoliert auftreten oder zusammen mit anderen dissoziativen Symptomen wie Stupor (F44.2) oder Amnesie (F44.0) bestehen

F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen

Dissoziative Bewegungsstörungen sind eine Form der dissoziativen Störung, bei der die betroffene Person plötzliche oder anhaltende Störungen der Motorik zeigt, ohne dass eine organische Ursache vorliegt. Diese Störungen treten häufig nach psychischen Belastungen oder traumatischen Ereignissen auf und können Bewegungen wie Gehen, Greifen oder Haltungsreaktionen betreffen. Betroffene erleben die Symptome als unfreiwillig und nicht willentlich kontrollierbar.

 

Diagnosekriterien der F44.4 Dissoziative Bewegungsstörungen

Die Störung zeigt sich durch plötzliche oder anhaltende motorische Funktionsstörungen, die nicht neurologisch erklärbar sind. Die Kernmerkmale sind Folgende:

🛑 Einschränkung oder Verlust der Bewegungsfähigkeit

  • Lähmungen, Tremor, Gangstörungen, Haltungsanomalien
  • Bewegungsfähigkeit ist teilweise oder vollständig aufgehoben

❌ Keine organische Ursache

  • Ausschluss neurologischer Erkrankungen, Verletzungen oder Substanzwirkung

⚡ Unwillkürliche Entstehung

  • Symptome treten ohne bewusste Kontrolle auf
  • Betroffene können die Bewegungen nicht willentlich steuern

🧠 Verbindung zu psychischen Belastungen

  • Häufig als Reaktion auf extreme Belastungen, Stress oder traumatische Ereignisse
  • Psychischer Konflikt kann sich funktionell in motorischen Symptomen äußern

🔄 Variabler Verlauf

  • Dauer: Stunden bis Monate
  • Rückbildung möglich, oft episodisch oder fluktuierend

 

Typische Erscheinungsbilder / Beispiele

  • Plötzliche Lähmungen oder Schwächegefühle in Armen oder Beinen
  • Tremor oder unkontrollierte Bewegungen
  • Gangstörungen oder Haltungsanomalien
  • Symptome treten oft nach psychischem Stress auf und verschwinden teilweise spontan

 

Codierung und Besonderheiten

  • F44.4 ist eine Unterkategorie der dissoziativen Störungen (F44.-)
  • Sie wird vergeben, wenn die Bewegungsstörungen klar psychisch bedingt sind und keine neurologische Ursache vorliegt
  • Kann isoliert auftreten oder zusammen mit anderen dissoziativen Symptomen wie Stupor (F44.2) oder Amnesie (F44.0) bestehen

F44.5 Dissoziative Krampfanfälle

Dissoziative Krampfanfälle sind eine Form der dissoziativen Störung, bei der die betroffene Person anfällige oder anfallsartige Bewegungen zeigt, die epileptischen Anfällen ähneln, jedoch ohne organische oder neurologische Ursache auftreten. Diese Anfälle treten häufig nach psychischen Belastungen oder traumatischen Ereignissen auf und werden von den Betroffenen als nicht willentlich kontrollierbar erlebt.

 

Diagnosekriterien der F44.5 Dissoziative Krampfanfälle

Die Störung zeigt sich durch plötzliche, anfallsartige motorische Aktivitäten, die keine epileptologische Ursache haben. Die Kernmerkmale sind Folgende:

 

⚡ Anfallsartige motorische Symptome

  • Krampfartige Bewegungen, Zittern, Muskelkontraktionen
  • Unkontrollierte Körperbewegungen, die epileptischen Anfällen ähneln

❌ Keine organische Ursache

  • Ausschluss neurologischer Erkrankungen, Epilepsie oder Substanzwirkungen

🧠 Unwillkürliche Entstehung

  • Anfälle treten spontan auf, ohne bewusste Kontrolle
  • Betroffene erleben die Anfälle als unwillkürlich

🌀 Verbindung zu psychischen Belastungen

  • Häufig als Reaktion auf Stress, Trauma oder emotionale Konflikte
  • Psychische Faktoren stehen im Vordergrund

⏳ Variabler Verlauf

  • Dauer einzelner Anfälle: Sekunden bis Minuten
  • Häufig wiederholtes Auftreten über Tage oder Wochen

Typische Erscheinungsbilder / Beispiele

  • Plötzliche Krampfanfälle oder unkontrollierte Bewegungen
  • Bewusstseinsveränderungen während der Anfälle, oft eingeschränktes Reaktionsvermögen
  • Nach Abklingen: Verwirrung, Müdigkeit oder Amnesie für den Anfall
  • Häufig Begleiterscheinungen: Angst, Depersonalisation oder andere dissoziative Symptome

Codierung und Besonderheiten

  • F44.5 ist eine Unterkategorie der dissoziativen Störungen (F44.-)
  • Sie wird vergeben, wenn die Krampfanfälle klar psychisch bedingt sind und keine neurologische Ursache vorliegt
  • Kann isoliert auftreten oder zusammen mit anderen dissoziativen Symptomen wie Stupor (F44.2) oder Amnesie (F44.0) bestehen

F44.6 Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen

Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen sind eine Form der dissoziativen Störung, bei der die betroffene Person plötzliche oder anhaltende Störungen der Sinneswahrnehmung zeigt, ohne dass eine organische Ursache vorliegt. Dies kann Sehen, Hören, Berührung oder andere Sinnesfunktionen betreffen. Die Störungen treten häufig nach psychischen Belastungen oder traumatischen Ereignissen auf und werden von den Betroffenen als unwillkürlich und nicht kontrollierbar erlebt.

Diagnosekriterien der F44.6 Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen

Die Störung zeigt sich durch plötzliche oder anhaltende sensorische Funktionsstörungen, die nicht neurologisch erklärbar sind. Die Kernmerkmale sind Folgende:

👁️ Einschränkung oder Verlust von Sinneswahrnehmungen

  • Taubheit, Blindheit, Störungen des Schmerzempfindens oder anderer Sinnesmodalitäten
  • Teilweise oder vollständige sensorische Ausfälle

❌ Keine organische Ursache

  • Ausschluss neurologischer Erkrankungen, Verletzungen oder Substanzwirkungen

⚡ Unwillkürliche Entstehung

  • Symptome treten spontan auf
  • Betroffene können die Empfindungsstörungen nicht willentlich steuern

🧠 Verbindung zu psychischen Belastungen

  • Häufig als Reaktion auf extreme Belastungen oder traumatische Ereignisse
  • Psychische Konflikte können sich in sensorischen Ausfällen manifestieren

🔄 Variabler Verlauf

  • Dauer: Stunden bis Wochen oder Monate
  • Rückbildung der Symptome möglich, oft episodisch oder fluktuierend

Typische Erscheinungsbilder / Beispiele

  • Plötzliche Taubheit, Blindheit oder Taubheitsgefühle
  • Störungen der Schmerz- oder Temperaturempfindung
  • Symptome treten oft nach psychischem Stress auf und verschwinden teilweise spontan
  • Häufig Begleiterscheinungen: Angst, Depersonalisation oder andere dissoziative Symptome

Codierung und Besonderheiten

  • F44.6 ist eine Unterkategorie der dissoziativen Störungen (F44.-)
  • Sie wird vergeben, wenn die Sensibilitäts- oder Empfindungsstörungen klar psychisch bedingt sind und keine neurologische Ursache vorliegt
  • Kann isoliert auftreten oder zusammen mit anderen dissoziativen Symptomen wie Bewegungsstörungen (F44.4) oder Stupor (F44.2) bestehen

F44.7 Dissoziative Störungen [Konversionsstörungen], gemischt

Dissoziative Störungen, gemischt, sind eine Form der dissoziativen Störung, bei der mehrere dissoziative Symptome gleichzeitig auftreten, ohne dass eine organische Ursache vorliegt. Betroffene zeigen zum Beispiel eine Kombination aus Bewegungsstörungen, Sensibilitätsstörungen, Amnesie oder Krampfanfällen. Diese Störungen treten häufig nach psychischen Belastungen oder traumatischen Ereignissen auf und werden als unwillkürlich und nicht kontrollierbar erlebt.

Diagnosekriterien der F44.7 Dissoziative Störungen, gemischt

Die Störung zeigt sich durch das gleichzeitige oder wechselnde Auftreten verschiedener dissoziativer Symptome, die nicht neurologisch erklärbar sind. Die Kernmerkmale sind Folgende:

 

⚡ Kombination unterschiedlicher dissoziativer Symptome

  • Bewegungsstörungen (z. B. Lähmungen, Gangstörungen)
  • Sensibilitätsstörungen (z. B. Blindheit, Taubheit)
  • Krampfanfälle oder Stupor
  • Amnesie oder Bewusstseinsveränderungen

❌ Keine organische Ursache

  • Ausschluss neurologischer Erkrankungen oder Substanzwirkung

🧠 Unwillkürliche Entstehung

  • Symptome treten spontan auf und sind nicht willentlich steuerbar

🔄 Verbindung zu psychischen Belastungen

  • Häufig als Reaktion auf extreme Stresssituationen oder Traumata
  • Psychischer Konflikt kann sich funktionell in mehreren Symptomen gleichzeitig manifestieren

⏳ Variabler Verlauf

  • Dauer: Stunden bis Monate
  • Rückbildung der Symptome möglich, oft episodisch oder fluktuierend

Typische Erscheinungsbilder / Beispiele

  • Gleichzeitiges Auftreten von Bewegungs- und Sensibilitätsstörungen
  • Kombination aus Krampfanfällen und Amnesie
  • Wechselnde Symptome innerhalb kurzer Zeiträume
  • Häufig Begleiterscheinungen: Angst, Depersonalisation oder andere dissoziative Symptome

Codierung und Besonderheiten

  • F44.7 ist eine Unterkategorie der dissoziativen Störungen (F44.-)
  • Sie wird vergeben, wenn mehrere dissoziative Symptome gleichzeitig auftreten und keine neurologische Ursache vorliegt
  • Kann isoliert auftreten oder zusammen mit anderen dissoziativen Störungen bestehen

F44.8- Sonstige dissoziative Störungen [Konversionsstörungen]

Diese Kategorie wird verwendet, wenn dissoziative Symptome vorliegen, die klar psychisch bedingt sind, aber nicht den spezifischen Unterkategorien F44.0–F44.7 zugeordnet werden können. Die Störungen treten häufig nach psychischen Belastungen oder traumatischen Ereignissen auf und können einzelne oder atypische dissoziative Symptome umfassen. Betroffene erleben die Symptome als unwillkürlich und nicht kontrollierbar.

F44.9 Dissoziative Störung [Konversionsstörung], nicht näher bezeichnet

Diese Kategorie wird verwendet, wenn dissoziative Symptome vorliegen, die klar psychisch bedingt sind, aber nicht ausreichend Informationen vorliegen, um sie einer spezifischen Unterkategorie von F44.- (z. B. Amnesie, Fugue, Bewegungs- oder Sensibilitätsstörungen) zuzuordnen. Die Störung dient als Auffangdiagnose innerhalb der F44-Gruppe, wenn eine dissoziative Störung vermutet wird, jedoch keine präzise Klassifizierung möglich ist.

Weitere ICD-10-Diagnosen

Sie möchten mehr über verwandte psychische Störungen erfahren? Hier finden Sie Informationen zu anderen Kapiteln der ICD-10 – kompakt und verständlich erklärt.

ICD-10 Diagnosen

  • F00-F09 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
  • F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
  • F20- F29 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
  • F30-F39 Affektive Störungen
    F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  • F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
    F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • F70-F79 Intelligenzstörung
  • F80-F89 Entwicklungsstörungen
  • F90-F98 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
  • F99-F99 Nicht näher bezeichnete psychische Störungen

Quellen

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