F-Diagnosen ICD 10F40-F48 → F41 Andere Angststörungen

F41.- Andere Angststörungen

Die Diagnose F41.- steht für andere Angststörungen und umfasst anhaltende oder wiederkehrende Ängste, die nicht spezifisch als phobische Störungen klassifiziert werden. Sie ermöglicht eine präzise Einordnung von Angstsymptomen für Diagnostik und Behandlung.

Info zu der F41.- Andere Angststörungen

Bei diesen Störungen stellen Manifestationen der Angst die Hauptsymptome dar, ohne auf eine bestimmte Umgebungssituation bezogen zu sein. Depressive und Zwangssymptome, sogar einige Elemente phobischer Angst können vorhanden sein, vorausgesetzt, sie sind eindeutig sekundär oder weniger ausgeprägt.

Diagnosekriterien F41.- Andere Angststörungen

Kriterien / Symptome F40.0
Agoraphobie
F40.1
Soziale Phobien
F40.2
Spezifische Phobien
F40.8
Sonstige phobische Störungen
F40.9
Nicht näher bezeichnet
Hauptsymptome
• Intensive Angst in bestimmten Situationen
• Bewusstsein, dass Angst übertrieben ist (bei Erwachsenen)
• Vermeidung der angstauslösenden Situation oder nur unter starkem Unbehagen ertragen
Angst vor öffentlichen Plätzen, Menschenmengen, Alleinsein außerhalb des Hauses Angst vor sozialer Bewertung, Peinlichkeiten Angst vor Tieren, Höhen, medizinischen Eingriffen, Flugreisen etc. Atypische phobische Ausprägungen Unklar / nicht näher bezeichnet
Nebensymptome
• Herzklopfen, Zittern, Schwitzen
• Atemnot, Engegefühl in der Brust
• Schwindel, Übelkeit
• Panikartige Reaktionen bei Konfrontation
Variabel je nach Situation Variabel, meist stark ausgeprägt in sozialen Situationen Variabel, meist spezifisch für das Objekt Variabel Unklar
Dauer Monate bis Jahre, oft chronisch Monate bis Jahre, oft chronisch Monate bis Jahre, meist stabil Variabel Unbekannt
Ausschlusskriterien Keine andere psychische Störung als Hauptursache Wie F40.0 Wie F40.0 Andere Ursachen ausgeschlossen Unklar

Codierung der F41.- Andere Angststörungen

F41.0 Panikstörung

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F41.1 Generalisierte Angststörung

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F41.2 Angst und depressive Störung, gemischt

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F41.3 Andere gemischte Angststörungen

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F41.8 Sonstige spezifische Angststörungen

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F41.9 Angststörung, nicht näher bezeichnet

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F41.0 – Panikstörung

Die Panikstörung ist gekennzeichnet durch wiederkehrende, schwere Angstattacken (Panikattacken), die nicht auf spezifische Situationen oder äußere Reize begrenzt sind und unvorhersehbar auftreten. Zwischen den Attacken besteht eine anhaltende Furcht vor weiteren Panikanfällen (Erwartungsangst).

Um die Diagnose zu stellen, müssen mehrere schwere Angstattacken innerhalb eines Zeitraums von etwa einem Monat auftreten, die folgende Merkmale erfüllen:

 

1. 😱 Plötzlicher Beginn

Die Panikattacken treten unvermittelt und nicht vorhersagbar auf, unabhängig von konkreten Auslösern.

 

2. 📈 Wiederholte Episoden intensiver Angst

Mehrere Anfälle innerhalb kurzer Zeit – oft mit einem schnellen Höhepunkt innerhalb von Minuten.

 

3. 🫀 Starke körperliche und psychische Symptome

Mindestens vier Symptome müssen gleichzeitig auftreten, davon mindestens eines vegetativ:

  • ❤️ Herzklopfen, beschleunigter Puls
  • 😤 Atemnot, Beklemmungsgefühl, Erstickungsgefühl
  • 🧊 Kälteschauer oder Hitzewallungen
  • 😨 Zittern oder Beben
  • 😬 Schwitzen
  • 😵 Schwindel, Unsicherheit, Benommenheit
  • 🧠 Derealisation (Gefühl der Unwirklichkeit) oder Depersonalisation (sich selbst fremd vorkommen)
  • 💭 Angst zu sterben, die Kontrolle zu verlieren oder „verrückt zu werden“
  • 🤢 Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden
  • 😵 Gefühl von Ohnmacht
  • 💀 Todesangst

 

4. 🔄 Keine Bindung an spezifische Situationen

Die Anfälle sind nicht ausschließlich auf eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt beschränkt (→ Abgrenzung zu phobischen Störungen wie Agoraphobie oder sozialer Phobie).

 

Wichtig zur Differenzierung:

Die Panikstörung kann mit oder ohne Agoraphobie auftreten (F41.0 ohne Agoraphobie).

Bei gleichzeitiger Agoraphobie erfolgt die Kodierung unter F40.0 Agoraphobie mit Panikstörung.

F41.1 – Generalisierte Angststörung

Eine generalisierte Angststörung ist gekennzeichnet durch anhaltende, generalisierte Angst, die nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt ist oder in bestimmten Situationen auftritt (im Gegensatz zu Phobien). Die Symptome müssen über mindestens mehrere Wochen (meist Monate) bestehen, um die Diagnose zu stellen. In der Praxis wird oft ein Zeitraum von mindestens 6 Monaten als Kriterium genommen.

F41.2 – Angst und depressive Störung, gemischt

Diese Diagnose wird verwendet, wenn sowohl Angst- als auch depressive Symptome gleichzeitig vorliegen, keines der beiden Symptomkomplexe jedoch für sich allein schwer oder ausgeprägt genug ist, um eine eigenständige Diagnose wie z. B. generalisierte Angststörung (F41.1) oder depressive Episode (F32) zu rechtfertigen.

Die Symptome sind anhaltend, klinisch relevant, verursachen erhebliches Leiden, reichen aber nicht aus für eine Einzeldiagnose.

 

Gemischte Symptome:

  • Angstsymptome (z. B. innere Unruhe, Nervosität, Anspannung, Schlafstörungen, Sorgen, vegetative Symptome)
  • Depressive Symptome (z. B. gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, Interessenverlust, Erschöpfung)

F41.3 – Andere gemischte Angststörungen

Die Kategorie F41.3 dient als Rest- bzw. Auffangkategorie für Fälle, in denen mehrere Angstsymptome gleichzeitig bestehen, diese aber nicht klar einer bestimmten Angststörung zugeordnet werden können.

Es handelt sich um gemischte Angstzustände, die sich nicht eindeutig klassifizieren lassen und nicht vollständig den Kriterien für eine spezifische Angststörung (z. B. F41.0 Panikstörung oder F41.1 Generalisierte Angststörung) entsprechen.

F41.8 – Sonstige spezifische Angststörungen

Diese Kategorie umfasst spezifische Angststörungen, die nicht unter die anderen genau definierten Angststörungen (wie z. B. Panikstörung, generalisierte Angststörung, Phobien) fallen, aber dennoch eine klar umrissene Angstproblematik mit spezifischen Merkmalen darstellen.

Diagnostische Merkmale:

  • Die Angst ist spezifisch, das heißt auf bestimmte Situationen, Objekte oder Gedanken bezogen, aber passt nicht genau in die Kategorien der phobischen Störungen (F40) oder anderer klassifizierter Angststörungen.
  • Die Angst ist deutlich ausgeprägt und verursacht erhebliche Beeinträchtigung oder Leiden.
  • Die Symptome erfüllen nicht die Kriterien für andere klassifizierte Angststörungen (wie F41.0 Panikstörung, F41.1 generalisierte Angststörung, F40 Phobien).

F41.9 – Angststörung, nicht näher bezeichnet

Diese Kategorie wird verwendet, wenn eine Angststörung vorliegt, die jedoch nicht ausreichend charakterisiert oder nicht genau klassifiziert werden kann. Die vorliegenden Symptome erfüllen weder die Kriterien für eine spezifische Angststörung (wie z. B. Panikstörung, generalisierte Angststörung, phobische Störung) noch passen sie in andere definierte Kategorien.

Weitere ICD-10-Diagnosen

Sie möchten mehr über verwandte psychische Störungen erfahren? Hier finden Sie Informationen zu anderen Kapiteln der ICD-10 – kompakt und verständlich erklärt.

ICD-10 Diagnosen

  • F00-F09 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
  • F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
  • F20- F29 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
  • F30-F39 Affektive Störungen
    F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  • F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
    F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • F70-F79 Intelligenzstörung
  • F80-F89 Entwicklungsstörungen
  • F90-F98 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
  • F99-F99 Nicht näher bezeichnete psychische Störungen

Quellen

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